EDEWECHT - Eines der Aufregerthemen der vergangenen Wochen hat den Straßen- und Wegeausschuss der Gemeinde Edewecht bei dessen jüngster Sitzung beschäftigt: die Befestigung der Sandwege „Plackhoff“ in Osterscheps und „Hinterm alten Kamp“ in Jeddeloh I, die – wie mehrfach berichtet – viele Bürger völlig überrascht und ziemlich verärgert hat. Auf Drängen der neuen Interessengemeinschaft Sandwege hin, untermauert durch Unterschriftenlisten mit den Namen von 408 Unterzeichnern, kam die Angelegenheit nun auf die Tagesordnung.

Zunächst verwies Bauamtsleiter Wilfried Kahlen noch einmal auf Vorteile der Befestigung durch Asphaltgranulat für die Gemeinde. So müssten diese beiden Sandwege bis zu drei Mal jährlich maschinell aufbereitet werden, wodurch Kosten von jeweils 2000 bis 4000 Euro entstehen würden, die jetzt weitgehend entfielen. Die Wege zu befestigen habe hingegen einmalig 10 000 Euro für „Plackhoff“ und 12 000 Euro für „Hinterm Kamp“ gekostet.

Außerdem seien die Wege nicht nur für Jogger oder Reiter gedacht, von denen sich viele beschwert hatten, sondern dienten nicht zuletzt der Erschließung landwirtschaftlicher Flächen, so Kahlen. Mit der Befestigung trage man auch den immer schwerer werdenden Nutzfahrzeugen Rechnung.

Grüne-Ratsherr Uwe Heiderich-Willmer äußerte sein Unverständnis für diese Rücksichtnahme. Er stellte zudem infrage, ob sich angesichts schon jetzt entstehender Löcher überhaupt eine Verbesserung erreicht worden sei und sich die Wege wirklich – wie ursprünglich angedacht – als Radwegeverbindungen eignen würden.

Es war aber weniger das Für und Wider der Befestigung, zu der einige der Ausschussmitglieder Stellung nehmen wollten, als vielmehr die Art und Weise, wie die Bürger von den Plänen erfahren hatten – nämlich erst hinterher. „Die Kommunikation ist unglücklich gelaufen“, sagte SPD-Ratsherr Enno Jeddeloh. „Man hätte die Leute nicht vor vollendete Tatsachen stellen dürfen“, meinte auch Rolf Kaptein (FDP).

Der Bauamtsleiter erwiderte, das Vorhaben sei öffentlich im Straßen- und Wegeausschuss thematisiert worden und jeder Bürger hätte sich dort informieren können. Auch Gemeindekämmerer Rolf Torkel als Vertreter von Bürgermeisterin Petra Lausch betonte, es sei „nicht im stillen Kämmerlein“ beschlossen worden. Aus dem Gremium wurde darauf aber entgegnet, die eigentliche Entscheidung sei im Verwaltungsausschuss gefallen und damit sehr wohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Fachausschuss sei lediglich darüber berichtet worden.

Torkel war es dann, der beschwichtigen wollte. „In Zukunft wird es bei solchen Verfahren mehr Vorlaufzeit und mehr Beteiligungsmöglichkeiten geben“, versprach er.