Cloppenburg - Mit einer Lesung der aus Kneheim stammenden Schriftstellerin Mechthild Lanfermann ist am Montagmorgen in der Mensa des Clemens-August-Gymnasiums die dritte CAG-Jugendbuchwoche eröffnet worden. Die in Berlin lebende 44-jährige Krimi-Autorin trug einige Passagen aus ihrem dritten Werk „Wer ruhig schlafen kann“ vor. Lanfermann, die vor 25 Jahren ihr Abitur am CAG ablegte, wollte mit ihrer Lesung die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen für Krimis begeistern.

Sie erinnere sich noch gut und gerne an ihre Schulzeit, berichtete Lanfermann, die nach ihrem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Germanistik, Philosophie und Journalistik seit vielen Jahren als Radio-Reporterin und Redakteurin in der Hauptstadt tätig ist. 2012 erschien ihr Debütwerk, das sowohl bei der Kritik als auch bei den Lesern auf positive Resonanz stieß.

Mit einem genauen Blick für Menschen und Situationen schildert Lanfermann die die verschiedenen Orte, Handlungen und auch Charaktere ihres Romans. Mit von der Partie ist wieder Emma, die nach einem Skandal in ihrer Heimatstadt Bremen in die anonyme Großstadt geflüchtet und nun bereits in den dritten Mordfall verwickelt ist. Auf der Seite der Polizei ermittelt wieder Kommissar Edgar Blume, mit dem Emma mehr als nur die Liebe zu Kriminalfällen verbindet.

Dieses Mal ermittelt Emma im Obdachlosen-Milieu und in der Straßenkinder-Szene am Berliner Alexanderplatz. Ein junges obdachloses Mädchen wird ermordet im Parkhaus gefunden, und schnell ist der vermeintliche Täter, der ebenfalls obdachlose Alkoholiker Paule, gefunden. Bei der Gerichtsverhandlung kommen Emma Zweifel an der Schuld des alten Mannes, sie beginnt mit ihren Ermittlungen auf eigene Faust. Tief dringt sie bei der Suche nach dem Mörder in die sozialen Abgründe der Metropole und auch in die Spitzen der Berliner Wirtschaft ein.

Die Autorin erläuterte den Schülerinnen und Schülern, mit welchem System sie ihre Krimi-Handlung aufbaut und wie sie es schafft, die verschiedenen Handlungsstränge zusammenzuhalten. Um den roten Faden in der doch sehr vielschichtigen Geschichte nicht zu verlieren, würde sie bereits zu Beginn einen groben Entwurf der Handlung und die verschiedenen Handlungsstränge auf einem großen Papier aufzeichnen. So könne sie am Ende alle Fäden im Finale zusammenlaufenlassen, gab Lanfermann Einblicke in die alltägliche Arbeit einer Autorin. Eine Schreibblockade habe sie noch nie gehabt, erklärte sie einer interessierten Schülerin. Und auch eine Verfilmung könne sie sich als gelernte Dreh-Buchautorin sehr gut vorstellen. Konkrete Anfrage gebe es zurzeit aber noch nicht.

ð   Anlässlich der großen Jubiläumsfeier zum hundertjährigen Bestehen des Gymnasiums hatten sich Schüler der Jahrgänge sieben und neun im Kunstunterricht mit dem Thema Lesen auseinandergesetzt. Die entstandenen kleinen Kunstwerke sind während der Jugendbuchwoche und beim „Tag der offenen Tür“ am 26. Juli zu sehen.