Elisabethfehn - Bereits als Kind habe sie sich gerne um ältere Menschen gekümmert, erzählt Nadine Loerts aus Ostrhauderfehn. „Ich möchte einfach für Menschen da sein“, sagt die 30-jährige Mutter zweier Kinder. Nadine Loerts ist eine von gut zwölf Ehrenamtlichen aus den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Elisabethfehn, Reekenfeld und Idafehn, die Senioren unter die Arme greifen wollen. Gemeinsam mit Projektleiter Jan Peters von der Diakonie Ammerland wollen sie das Vorhaben umsetzen und ein Netzwerk aufbauen (die NWZ  berichtete). Mitte September fiel der Startschuss in Elisabethfehn.

Angesichts der sich wandelnden Lebensbedingungen seien immer mehr Senioren auf Hilfe angewiesen, erklärte Jan Peters am Montagabend den Teilnehmern im Dr.-Martin-Luther-Haus Elisabethfehn. Während früher bis zu drei Generationen unter einem Dach lebten, fehle heute vielen Älteren die räumliche Nähe zu ihren Kindern und Enkeln. Das Projekt der Landeskirche Oldenburg solle bestehende Angebote und Strukturen nicht ersetzen, sondern diese sinnvoll und bedarfsgerecht ergänzen.

Die Seniorenbegleiter sollen direkt in ihren jeweiligen Gemeinden agieren und gemeinsam mit den Senioren Bedarfe ermitteln, so Peters. Ob Besuche, Telefonketten oder Frühstücksangebote, die Liste an Ideen ist lang. Er werde das Projekt anschieben, erklärte Peters. Doch langfristig sollen die Seniorenbegleiter das Netzwerk selbstständig fortführen können. „Wichtig ist, dabei, dass sie sich nicht überfordern“, so Peters.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist eine entsprechende Qualifizierung der ehrenamtlichen Helfer. Kooperationspartner ist das Evangelische Bildungswerk Ammerland. Besonders bei Senioren mit Demenz könnten dadurch die Mitarbeiter sicherer Auftreten und Bedürfnisse sowie persönliche Hintergründe besser verstehen. Zugleich riet er, die nötige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. „Machen Sie Probleme der Betroffenen, nicht zu Ihren Problemen.“

Auch Johannes de Jonge aus Idafehn möchte sich mit Blick auf den demografischen Wandel ehrenamtlich engagieren. Während die Zahl älterer Menschen ansteige, fehle es durch den Wegfall der Zivildienstverpflichtung an entsprechender Unterstützung, sagt er. „Auch man selbst wird älter“, meinte der pensionierte Einzelhandelskaufmann. Er könne sich vorstellen, mit Senioren Spaziergänge durch die Stadt zu unternehmen. „Das Ehrenamt wird immer wichtiger“, sagte Renate Hagel, stellvertretende Vorsitzende des Barßeler Seniorenbeirats, die sich ebenfalls über das Projekt der Kirchengemeinden informierte.

Zu einem weiteren Informationsabend lädt Jan Peters am Montag, 28. Oktober, um 19 Uhr in die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Idafehn in Ostrhauderfehn.