Bookholzberg - Mittelalterliche Fresken, Skizzen von Rembrandt oder eine Abendmahlsszene des Expressionisten Emil Nolde: Optisch wie akustisch wurden die gut 50 Besucher am Mittwochabend in der ev.-luth. Auferstehungskirche in Bookholzberg in einer eher ungewohnten Art und Weise mit dem Leiden und Sterben Jesu konfrontiert. Von einem „ganz besonderen Passionskonzert“ sprach Pastor Hannes Koch, als er die Musiker begrüßte.

In einer Zeit der Betriebsamkeit und Hektik wollten Komponist und Musikpädagoge Klaus Heizmann, die Sopranistin Daniela Jooß-Kesselmeyer sowie Flötistin Heike Wetzel einen Abend der Stille und Besinnung sowie der Begegnung mit Jesus bieten. Sämtliche Worte, die Heizmann am Klavier rezitierte, stammen aus dem Matthäus-Evangelium. Das Leiden und Sterben Christi habe die Welt völlig verändert, betonte der Arrangeur und Produzent.

Insgesamt acht Konzerte gibt das Trio während der Passionszeit im norddeutschen Raum. In Bookholzberg waren die Musiker erstmals zu Gast. Um den heutigen Sehgewohnheiten, geprägt durch Fernsehen und Internet, entgegenzukommen, zeigten die Interpreten Dias mit ausdrucksstarken Gemälden.

Zu hören waren Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Heizmann und anderen. Jooß-Kesselmeyer, die an der Musikhochschule München ausgebildet wurde, interpretierte auch Tonschöpfer des 20. Jahrhunderts, darunter Manfred Siebald oder Siegfried Fietz. Zu hören war auch „Vor Deinem Kreuz, Herr, will ich stille werden“, nach einer Melodie von Heizmann.

Einfühlsam und virtuos begleitete Flötistin Heike Wetzel, die schon mehrere bedeutende Musikwettbewerbe gewonnen hat, Jesu Weg zum Kreuz. Geradezu meisterhaft war auch die innere Zerrissenheit der Jünger zu hören. Pastor Koch sollte Recht behalten: Die Besucher werden sich lange an das Konzert erinnern.