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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kunst: Ein Bastler ohne Ordnung

31.05.2011

OLDENBURG Kann man über Kunst reden? Kommt drauf an, sagt der Künstler Walter Zurborg im Gespräch. Im Stadtmuseum hat er gerade eine Ausstellung mit zwei Arbeiten in Szene gesetzt. Er hat gewerkelt, geschraubt, gewickelt. Eine Frage wie „Was soll das?“ sei da im Prinzip schon falsch, lässt er durchblicken. „Solche Fragen stellen nur Erwachsene.“ Kinder seien viel offener. Erwachsene würden alles nach Zweck sortieren, sie seien zu verschult, zu zielorientiert.

Ein feines Paket

„Man muss die Neugier pflegen. Und noch etwas: Je weniger Medienkonsum, desto besser.“ Der junge Mann – Zurborg ist 30 – weiß offenbar, was richtig ist. Das wurde nun belohnt: Er hat am Montag während eines Festakts in Oldenburgs Stadtmuseum den Förderpreis Skulptur und Installation der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen bekommen. Das ist ein hoch dotierter Preis (8000 Euro) und kombiniert mit einer Ausstellung und einem Katalog ein feines Paket für junge Künstler.

Zurborg, der 1980 in Vechta zur Welt kam, in Hannover und Braunschweig studierte und jetzt wieder in Goldenstedt lebt, bastelt sich seine Kunst zusammen. Er versucht, mit dem auszukommen, was er vorfindet. „Ich möchte mir möglichst wenig irgendwo besorgen“, erläutert er seine Collagen. Dadurch wirkt manche Klanginstallation archaisch oder zumindest seltsam. Für äußere Schönheitsreparaturen an Kunst, betont Zurborg, habe er keine Zeit: „Mir reicht die schnelle Geste. Das sind alles Materialskizzen einer Idee, die ich im Kopf habe.“

Und wenn es mal nicht so hinhauen will? „Dann nehme ich ein Seil, einen Stock und knebele das Ganze“, sagt der praktische Mensch. Ein kleiner, einfach zu programmierender Computer hilft ihm oft bei der Erstellung des Werks, das schon mal aus Plastik, Draht, Schrauben, Holz und viel Zufall besteht.

Die Vielfalt ist die persönliche Note, der Künstler will – dies wird in der Schau deutlich, die mit der Preisverleihung eröffnet wurde – so wenig wie möglich vereinnahmt werden. Indes, nicht alles ist bierernst gemeint, erläutert Zurborg. Seine Kunst sei humorvoll. „Wir haben alle nur 80 bis 100 Jahre. Da muss man auch ein wenig Spaß haben.“

Leichtes Klacken

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Den hatte man sichtlich bei der Preisverleihung, wurden doch die Reden mitten in der laufenden, leicht klackenden Zurborg-Installation gehalten. Vorstandschef Franz Thole von der „Öffentlichen“ freute sich in seiner Rede darüber, das Zurborg das Oldenburger Land schätze, Familie und Nachbarschaft mitgebracht habe und mit Alltagsmaterial arbeite.

Jürgen Fitschen, Jury-Sprecher und Direktor des Museums Schloss Gottorf, tadelte in seiner Laudatio sanft lächelnd die chaotische Bewerbungsmappe des Künstlers: „Er hat Glück gehabt.“ Im Übrigen arbeite Zurborg ähnlich wie Joseph Beuys. Auch er sei ein Bastler ohne Ordnung. Das war ein großes Lob.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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