Nordenham/Berlin - Mit seinem eigenwilligen Charakter und seiner herzzerreißenden Komik ist er auf vielen Bühnen in Deutschland erfolgreich gewesen. Auch in Nordenham war Horst Mendroch vielen Theaterfreunden ein Begriff. Allerdings wussten nur wenige, dass er in der Unterweserstadt seine Jugend- und Schulzeit verbracht hat. Der Schauspieler ist jetzt überraschend in Berlin gestorben. Er wurde 73 Jahre alt.

In den Nachkriegswirren hatte es Horst Mendroch von seinem Geburtsort Skotschau im heutigen Polen mit seiner Mutter nach Nordenham verschlagen. Hier wuchs er auf, besuchte die Schule und machte im März 1961 sein Abitur. Sein damaliger Mitschüler Gerhard Bruns erinnert sich noch gut daran, wie Horst Mendroch am Gymnasium in Theaterstücken mitspielte. Mitunter an der Seite von Sylva Springer, die heute ebenso wie Gerhard Bruns in Butjadingen zu Hause ist.

Nach dem Abitur verließ Horst Mendroch Nordenham und absolvierte eine Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Später war er Ensemblemitglied unter anderem in Pforzheim und Kiel, am Zürcher Theater Neumarkt, am Schauspiel Köln, am Thalia Theater Hamburg und am Schauspielhaus Bochum, ehe er 1991 zum Düsseldorfer Schauspielhaus wechselte, dem er lange Zeit die Treue hielt. 1993 und 1996 wurde er als Schauspieler des Jahres in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Der wohl wichtigste Regisseur in seiner Karriere war Jürgen Gosch.

Auch in Kino- und Fernsehproduktionen wirkte Horst Mendroch mit. Dazu gehörte Helge Schneiders Film „Praxis Dr. Hasenbein“ (1996). Als Hörspielsprecher hatte er ebenfalls viele Aufträge.

Horst Mendrochs Verbindung nach Nordenham und Butjadingen ist nie ganz abgerissen. 2008 hat er für den Hörstuhl in Eckwarderhörne den Text gesprochen und sich dort mit seiner Stimme verewigt. 2011 nahm er in Nordenham am Ehemaligentreffen zum Goldenen Abitur teil und trat dabei in einem Sketch auf.

In seiner neuen Wahlheimat Berlin war Horst Mendroch zuletzt in Inszenierungen von Thorsten Lensing zu sehen: im „Kirschgarten“ (2011) und in „Karamasow“ (2014). In diesem Juli bekam er mit dem „Karamasow“-Ensemble den Friedrich-Luft-Preis für die beste Berliner Aufführung des Jahres 2014 verliehen.

Jürgen Flimm, der heute als Intendant an der Berliner Staatsoper Unter den Linden tätig ist und früher mit Horst Mendroch zusammengearbeitet hatte, würdigte ihn in einem Nachruf als „großen Kollegen, fröhlichen Freund und einen Schauspieler der allerersten Linie“. Horst Mendroch verstarb am 3. August in einem Berliner Krankenhaus.