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Kabarett Ein ganz anderer Blick auf Luther

Lars Laue

Ganderkesee - „Was hätte Luther über Donald Trump getwittert?“, fragt Sebastian Schnoy. Und der Kabarettist liefert auch gleich die Antwort: „Eine Lüge ist wie ein Schneeball. Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.“ Überhaupt zielte der Hamburger am Donnerstagabend in seinem Programm „Luther war ein Blogger“ vor leider nur knapp 40 Gästen in der Mensa des Schulzentrums Ganderkesee auf den amerikanischen Präsidenten ab. Trump wolle nämlich demnächst seine außenpolitischen Visionen veröffentlichen. Das Werk solle im Pixibuch-Verlag erscheinen.

Luther gegen Trump

Und der Komiker aus Hamburg ist sich sicher: „Luther hätte Trump gestoppt“. „Oder haben Sie sich mittlerweile an den neuen amerikanischen Präsidenten gewöhnt?“ Ein lautes „Nein“ schallt dem siebenfach ausgezeichneten Kabarettisten Schnoy entgegen, der durchaus eine größere Zuhörerschaft verdient hätte.

Diejenigen, die da waren, haben jedenfalls alles richtig gemacht. Schnoy bescherte ihnen einen böse-lustigen Kabarettabend – sogar mit Rätselelementen: Stammen die Zitate von Luther oder nicht?

Zitate-Raten

„Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“ – Nicht mit abschließender Sicherheit nachzuweisen, wird diese Frage gern Luther zugeschrieben, der laut Sebastian Schnoy gern aß und trank.

Zwei Liter Wein solle Luther in seiner „besten Phase“ täglich geschafft haben. „Die hast Du bis zum Mittag weg, oder?“, nimmt der Komiker spontan einen der Gäste auf die Schippe.

Weiter im Rätsel: „Kein Irrtum ist so groß, der nicht seinen Zuhörer hat.“ Von Luther oder nicht? Dieses Zitat stammt eindeutig von dem weltweit bekannten Reformator.

Tipps für Singles

Luther und die Frauen – das sei auch so ein Thema gewesen. Immerhin habe er es geschafft, Katharina von Bora aus dem Kloster zu holen. „Wer von euch ist Single?“, fragt Schnoy in die Runde. Und tatsächlich „outet“ sich einer. Gegenprobe: „Wer ist vergeben?“ – Viele Hände gehen nach oben. „Siehste, dann weißt Du schon mal, wem Du gleich nichts ausgeben musst“, gibt Schnoy dem Single einen praktischen Tipp für die Programm-Pause, die der Schriftsteller dazu nutzte, seine zahlreichen Bücher zu bewerben.

Zweisprachige Windhunde

Kreuzfahrten spielen darin eine Rolle, ebenso wie die ständige Gier nach Geld. Erst kürzlich sei er ins Hamburger Nobelviertel Eppendorf gezogen. „Da springen die Windhunde aus dem Porsche, zweisprachig aufgewachsen natürlich.“ Und sein Nachbar habe sogar einen Personal-Trainer, der ihn beim Laufen begleite. „Laufen sollte man doch eigentlich alleine können, oder?“

Publikum begeistert

Auch auf Kreuzfahrtschiffen ist Sebastian Schnoy schon aufgetreten. Um festzustellen: „Wer an Bord der MS Europa aufs Pooldeck kommt, hat den Eintritt für die Körperwelten-Ausstellung gespart.“ Zudem lägen auf manchen Schiffen Vergnügen und Verwesung dicht beieinander. Seither werde er für Kreuzfahrten nicht mehr gebucht – kam dort wohl nicht so gut an sein Humor.

Das jedenfalls kann man von Ganderkesee nicht behaupten – das Publikum hatte seinen Spaß und bedankte sich mit kräftigem Applaus für einen wirklich gelungenen und vergnüglichen Abend.

Nächster und letzter Termin der Ganderkeseer Frühjahrs-Kleinkunstreihe ist ein Abend mit der Kabarettistin Eva Eiselt, die am Donnerstag, 22. Juni, mit ihrem Programm „Neurosen und andere Blumen“ in der Mensa des Schulzentrums gastiert. Einlass ist ab 19.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Karten gibt es bei der regioVHS unter t  04222/ 4 444 4.

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