Friesoythe/LÜbben - Eigentlich nimmt Ursula Blömer nie an Gewinnspielen teil. Als es jedoch darum ging, eine Komparsenrolle im 10. Spreewaldkrimi ergattern zu können, beteiligte sich die 63-jährige Friesoytherin sofort an der Online-Ausschreibung des Fernsehmagazins rtv, das einmal in der Woche auch der NWZ  beiliegt. Dafür musste sie eine Gewinnfrage richtig beantworten, ein Bild von sich hochladen und eine Begründung abgeben, warum sie zum Film möchte. „Ich habe dargelegt, dass ich den Krimi gut und den Spreewald sehr schön finde und es spannend wäre, einmal hinter die Kulissen zu schauen“, sagt Blömer im Gespräch mit der NWZ. Und Letzteres sei es auch gewesen, worum es ihr bei ihrer Teilnahme hauptsächlich ging.

Am 14. Juli standen dann die Gewinner fest. Aus über 1000 Bewerbungen wurden neben Blömer noch vier weitere Komparsen ausgewählt.  Die Auswahl trafen Produzent Wolfgang Esser sowie die rtv-Redaktion. „Ich mag den Spreewaldkrimi besonders, weil die Geschichten sehr komplex sind“, sagt Blömer. „Es wir tatsächlich im Spreewald gedreht, was den Krimi sehr authentisch macht.“ Auch die Rolle von Hauptkommissar Thorsten Krüger, gespielt von Christian Redl, gefalle ihr sehr gut sowie die mystische Atmosphäre des Spreewalds.

Am 18. September fuhren die Friesoytherin und ihr Lebengefährte dann selber dorthin, um zehn Tage Urlaub zu machen. Denn nur für drei Tage extra in den Spreewald zu fahren, sei ein wenig kurz gewesen, sagt Blömer. Am 24. September gab es das Vortreffen dort, an dem auch der Produzent teilnahm. „Er hat uns über die Dreharbeiten informiert und Instruktionen gegeben“, sagt Blömer. „Er ist ein sehr netter Mensch.“ Untergebracht waren die Komparsen im Schlosshotel Lübbenau.

Am nächsten Morgen ging es schon um 7.15 Uhr zum Friedhof in Lübben. Dort habe es für die Komparsen ein extra Zelt gegeben, sagt Blömer. Make-up und Kostümabnahme standen zunächst auf dem Programm. Da die Komparsen im Film Teil einer Trauergesellschaft sind, habe jeder Traueroutfits mitbringen müssen. Um 9 Uhr ging es zur ersten Szene in die Friedhofskapelle. „Ich war erstaunt, auf wie viel geachtet wird“, sagt die Friesoytherin. Schon auf kleine Details komme es an: dass jeder bei der Wiederholung der Szene an der gleichen Stelle stehe oder der Kragen gleich aussehe. Unzählige Male wurde die Szene wiederholt. Mittags war sie im Kasten. „Die zweite Szene beim Grab hat dann noch einmal genauso lange gedauert“, erzählt Blömer. Gut vier Minuten Film sind entstanden.

Sie und die anderen vier Komparsen hätten im Vergleich zu anderen Komparsen einige Privilege gehabt. „Wir durften während des Drehs direkt am Set bleiben und bekamen dort Verpflegung und durften mit den Schauspielern essen“, freut sich Blömer. Und in der Kapelle habe sie direkt neben den Schauspielern sitzen dürfen. „Das war alles sehr spannend.“ Auch habe sie am Set mehr Chaos und Hektik erwartet. „Es ging aber sehr ruhig zu“, sagt die 63-Jährige, was auch an der Art des Regisseurs gelegen habe.

Besonders gefreut habe sie sich, dass sie mit den anderen Komparsen am 26. September in einer Preview den neunten Spreewaldkrimi, der im Februar 2017 gezeigt wird, sehen durfte – zusammen mit den Schauspielern. Der zehnte Spreewaldkrimi wird nicht vor Herbst 2017 ausgestrahlt.

Und auch wenn Blömer nur kurz darin zu sehen ist, freut sie sich einen Einblick in ein völlig neues Milieu bekommen zu haben. „Ich werde Filme künftig wohl mit anderem Blick betrachten“, sagt sie.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland