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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ein kleiner großer Spielfilm

29.04.2013

Berlin „Oh Boy“ ist gegenwärtig in Deutschland der Film aller Filme. „Oh Boy“ gewann am späten Freitagabend in sechs Kategorien den begehrten Deutschen Filmpreis. Er bekam neben dem Hauptpreis auch Lolas für Regie, Drehbuch und Musik. Tom Schilling (31) wurde für die Hauptrolle ausgezeichnet, Schauspieler Michael Gwisdek (71) holte die Lola als bester Nebendarsteller.

Und wo wurde der melancholische Berlin-Streifen zuerst groß gezeigt, prima bewertet und hoch geehrt? Torsten Neumann hebt die Stimme: „2012 auf dem Oldenburger Filmfestival!“

Ein Ausrufezeichen

Was für eine Weitsicht, sollte man vermuten. Doch Neumann winkt ab und bleibt bescheiden: „Der Film war im Grunde schon einige Zeit auf dem Markt, aber keiner hatte ihn so richtig wahrgenommen.“

Also griff Neumann, der sofort von dem Streifen begeistert war, im Frühherbst 2012 mit seinem Team zu, holte den Film nach Oldenburg, zeigte ihn am 12. September vor viel Publikum in der EWE-Arena zur Eröffnung des Filmfestivals Oldenburg – wo er dann auch noch bei allen Preisen abräumte: Publikumspreis, Jury-Preis und auch der erste Darstellerpreis gingen an „Oh Boy“.

„Das war damals ein Riesenausrufezeichen für die Filmszene“, weiß Neumann. „Mächtig stolz“ ist er bis heute auf den dann folgenden „Lauf“ des Films. Folgerichtig war Neumann jetzt auch zur Lola-Verleihung im Berliner Friedrichstadtpalast. Die Nominierung war schon ein Erfolg. An mehr glaubte Neumann nicht. Dann wurde er „total überrascht“. Ein Schwarzweiß-Film, mit wenig Geld gedreht, eine Art deutscher Independent-Film, gewinnt den wichtigsten deutschen Filmpreis!

Streben jetzt alle Abschlussfilmer von Filmhochschulen nach Oldenburg? Neumann lacht. „Unsere Position hat sich durch ,Oh Boy’ tatsächlich deutlich verbessert. Vielleicht bekommen wir den einen oder anderen Schatz angeboten.“

Der Berliner Erfolg ist für das Oldenburger Festival wichtig: Man habe 2012 zwar „Oh Boy“ auszeichnen, aber aufgrund der düsteren Finanzlage des Filmfestes nicht dotieren können. „Die Festivalförderung war viel zu gering. Wir hatten schlicht kein Geld“, klagt Neumann. Es gab in Oldenburg also nur Ehre – und wie nun zu sehen – nachträglich Ruhm.

Übrigens sträubte sich die Verleihfirma von „Oh Boy“ im September 2012 gegen eine Aufführung in Oldenburg, erklärt Neumann. Warum? „Die haben selbst nicht an den Erfolg geglaubt. Die haben eben gerechnet: Wenn 1000 Leute zur Eröffnung des Festivals den Film sehen, dann waren das für den Verleih so viele Leute, wie sie im ganzen Nordwesten für den Streifen in den Kinos erwarteten!“ Umgekehrt wurde schließlich ein Schuh daraus. Die folgende Welle der Begeisterung führte dazu, dass die schwarzweiße Taugenichts-Geschichte in vielen deutschen Kinos lief. Bis heute, schätzt Neumann, haben 250 000 Kinobesucher den Film genossen.

Unerhörte Sache

Steht der nächste Eröffnungsfilm für das Oldenburger Festival am 11. September 2013 schon fest? Neumann schüttelt den Kopf. Er tummelt sich noch auf Filmfestivals, sichtet grob, streckt die Fühler aus.

Wie auch immer: Für Neumann ist „Oh Boy“ der erfolgreichste Film, der je in Oldenburg auf seinem Festival lief. „Wir haben das Unerhörte möglich gemacht! Eine Nation wurde überrascht!“, schwärmt er. Euphorisch fügt er an: „Ein Wunder!“

Am Freitagabend war er beim Wunder dabei. Da traf er nach der Gala auch die jubelnden Macher des Films, den Regisseur Jan Ole Gerster und all die anderen. Sie umarmten und sie herzten ihn. Und sie betonen wieder und wieder, was Neumann glücklich macht: Der Erfolg begann in Oldenburg.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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