Warfleth - 161 maßgeschneiderte Kostüme, ein 2200 Quadratmeter großes Zelt und 7395 belegte Scheiben Brot – die Stadtteiloper der Gesamtschule Bremen-Ost ist ein absolut einmaliges Projekt. Gemeinsam mit dem Zukunftslabor Deutschen Kammerphilharmonie haben die Kinder und Jugendlichen in diesem Jahr die Oper „Iolanta“ auf die Bühne gebracht. Dafür wird es in diesem Jahr für das Zukunftslabor eine Auszeichnung mit dem Klassik-Echo in Berlin geben. „Iolanta“ ist bereits die vierte Produktion der Stadtteiloper.

Mit im Team arbeitet der Künstler und Restaurator Carsten Mohr. Er gestaltete in diesem Jahr schon zum zweiten Mal das Bühnenbild auf dem „grünen Hügel“ in Tenever. Ein Stadtteil, der oft als sozial besonders schwierig beschrieben wird. Gerade das ist es, was den 50-Jährigen aus Warfleth an dem Großprojekt so reizt. „Die Kinder sind total begeistert dabei. Es gibt dort sonst nicht viele Angebote für sie. Man kann viel geben und bekommt viel zurück.“ 158 Schüler stehen bei den Aufführungen auf der Bühne. Neben der deutschen Kammerphilharmonie spielen drei Schulorchester.

Unterstützt wird das Projekt des Zukunftslabors von namhaften Profis. Die künstlerische Leitung hat Alexander Shelley inne, ein preisgekrönter junger Dirigent. Als professionelle Sänger sind Tenor Alexey Kosarev vom Oldenburgischen Staatstheater und die Sopranistin Nerita Pokvytyte von der Hamburgischen Staatsoper dabei. Die Musik der russischen Oper von Tschaikowsky wurde für die Kinder von Stadtteiloper umkomponiert.

Mit den Vorbereitungen für die Gestaltung des Bühnenbilds im Zelt hat Carsten Mohr bereits im Dezember angefangen. „Wir haben zum Beispiel für die Bühnengestaltung 35                  Kubikmeter Holzschnitzel auf dem Boden ausgebracht“, erzählt Mohr. Die Installation des Bühnenbildes im 50 Meter langen Zelt sei ein echter Kraftakt gewesen.

Zu dem Projekt gekommen ist der Warflether durch seine Tätigkeit als Maler und Plastiker beim Theater Bremen. Auch beim „Tatort“ hat er schon einmal als Set-Dresser gearbeitet. Das allerdings war ihm „deutlich zu hektisch“. Das Theater gefällt Carsten Mohr deshalb besser. „Das ist Herzblut und Hobby“, erklärt er. Und um danach zur Ruhe zu kommen hat der 50-Jährige seine Aufträge als Restaurator und Künstler. Bis zur nächsten Oper auf dem „grünen Hügel“.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg