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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ein langer Weg zum Erfolg

22.01.2011

OLDENBURG Markus Müller ist guter Hoffnung. Diesen Gemütszustand teilt der Generalintendant mit der gesamten Musiksparte des Oldenburgischen Staatstheaters. Und so sagt ein hoffnungsfroher Müller einen schnelle Hoffnungen dämpfenden Satz ganz fröhlich: „Einen Generalmusikdirektor werden wir voll umfänglich erst ab 2012 haben.” Er schiebt sogar hinterher: „Da sind wir sehr entspannt.“ Wie das?

„Weil wir auf einem guten Weg zum GMD sind”, erklärt der Theaterchef. Seit dem Abschied von Alexander Rumpf 2009 geben sich die Kandidaten quasi den Taktstock wie eine Türklinke in die Hand. Ziel allen Sichtens ist es, spätestens zum Ende der laufenden Spielzeit im Juli mit einigen Wunschdirigenten in zielgerichteten Verhandlungen zu stehen.

Dann spart man sich eine erneute Ausschreibung der Position des obersten musikalischen Gebieters übers Staatsorchester. „Direkt frei im Sommer wird sowieso niemand”, erläutert Müller die Unhast.

Das offizielle Bewerbungs-Prozedere, das normalerweise in einen personellen Vorschlag an den Theaterausschuss und an das niedersächsische Kulturministerium mündet, hatte keinen Erfolg. Vertragsgemäß muss die Meinung des Orchesters eingeholt werden. Zu einer absoluten Mehrheit für einen der fünf engsten Anwärter, die alle den „Tannhäuser” dirigiert hatten, führte das nicht.

Gewisses Heimrecht

Kraft Amtes hätte der damalige Kulturminister Lutz Stratmann (CDU) den mit 43 Prozent Zustimmung am höchsten bewerteten Jochem Hochstenbach zum GMD bestimmen können. Der Karlsruher Kapellmeister zog ohne Mehrheit aber vorher zurück.

Die Lücke füllt seitdem Thomas Dorsch mit hoher Anerkennung. Vom Staatstheater Mainz aus hatte der 42-Jährige sich in Oldenburg nur auf die ebenfalls vakante Stelle des 1. Kapellmeisters beworben. Sie wurde für ihn zu der eines Musikalischen Oberleiters aufgewertet. Die aktuelle Qualität des Staatsorchesters spricht für Dorschs Arbeit. Sein Vertrag hat sich mittlerweile bis 2012 verlängert, eine gewisse Beständigkeit bleibt also gewahrt. Ob daraus mehr wird, ist offen.

Der Chefdirigent mag „Heimrecht” genießen. Er steht aber auch in Konkurrenz zu vielen Gastdirigenten. „Keiner hat sich selbst beworben”, stellen Müller und Operndirektorin Ina Karr unisono klar. Meistens gab es Anstöße von außerhalb, „einen Musiker mit gutem Ruf genauer unter die Lupe zu nehmen und ihm unsere Absichten näher zu bringen“.

Beinahe wäre der Volltreffer schon geglückt. Enorme Würdigung durch Opernensemble und Musiker bekam Karen Kamensek für Verdis „Troubadour”. Doch Hannover führte gegen ein fast hundertprozentiges Oldenburger Votum mehr Gewicht ins Feld. So ist aus der 1. Kapellmeisterin der Hamburgischen Staatsoper leider die Generalmusikdirektorin an der Leine geworden.

Viel Wille

Das Interregnum hat den Oldenburger Musikbetrieb positiv aufgemischt, ohne dass sich Beliebigkeit breit machte. „Belebend” nennen auch Nikolas Sahler und Christoph Rabbels vom Orchestervorstand die Auseinandersetzungen mit unterschiedlichen Arbeitsmethoden und Musikdeutungen, „aber eben auch anstrengend!”

Nicht nur die beiden Bratscher spüren, dass sich bei dem großen Ehrgeiz des Orchesters „noch viel mehr entfalten könnte, wir haben viel Potenzial und Willen”. Die nächste Stufe dazu wäre dann aber Kontinuität in der Musikalischen Leitung.

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