Stollhamm - Eine Reithalle, zwei Vierbeiner, engagierte Mitwirkende und ein Theaterstück, das Fantasy lebendig macht: Das sind die Zutaten, mit denen in Stollhamm Jugendliche unter dem Motto „Kultur macht stark“ ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umsetzen.

Das Stück, das der Kunstpädagoge Thorsten Kollmann, aus Roddens geschrieben hat, heißt „Pellacia“; der Titel bedeutet so viel wie Verführbarkeit. „Es geht dabei um eine Jugendliche auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, die überall verschiedensten Reizen ausgesetzt ist“, erklärt Thorsten Kollmann. Das trifft auch auf die 20 Jugendlichen im Alter von 12 und 18 Jahren zu, die an dem Projekt teilnehmen. Sie kommen vorwiegend aus der nördlichen Wesermarsch, teils aber auch aus Brake.

„Aus meinem Faible für Fantasy habe ich ein Bühnenstück mit einem pädagogischen Konzept gefertigt“, sagt Thorsten Kollmann. Ein Jahr lang hat er das Projekt im Kopf entwickelt. Was folgte, war die Suche nach Kooperationspartnern.

Die Richtlinien des Förderprojekts „Kultur macht stark“ sehen vor, dass es mindestens drei Kooperationspartner geben muss. Fündig wurde Thorsten Kollmann schließlich beim Reitverein Stollhamm, dem Bürgerverein und der Kirchengemeinde. Der Reitverein hatte letztlich auch den Förderantrag an den Paritätischen gestellt, der das Bindeglied zwischen den Ausführenden und dem Ministerium darstellt. Als vierter Projektpartner konnte, insbesondere für die nächsten Projekte, der Verein Jugendhilfe am Meer gewonnen werden.

„Das Projekt soll den Jugendlichen einen Zugang zur Kultur verschaffen“, sagt die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU), die jetzt bei einer Probe in der Reithalle in Stollhamm vorbeischaute. „Vor allem im ländlichen Raum haben viele Jugendliche diesen Zugang oft nicht“, stellte die Abgeordnete fest. Die Politikerin hofft, dass weitere Projekte ihn ihrem Wahlkreis gefördert werden.

Thorsten Kollmann ist derweil begeistert von dem Engagement der Jugendlichen. Für das Fantasystück werden alle Kostüme selbst hergestellt und genäht. Sie sollen bei einem schon geplanten Folgeprojekt, einem Film mit dem Titel „Aufstand in Mittelerde“, wieder eingesetzt werden. Auch Projekt Nummer 3 hat Thorsten Kollmann bereits in Planung. Mit den Akteuren eines Krimis wird er eine Woche lang mit einem einem Segelschiff über das Ijsselmeer schippern. Bei diesen beiden Projekten fungiert der Verein Jugendhilfe am Meer als Antragsteller.

Zunächst steht jetzt aber das Theaterstück an, das am 21. Mai in der Stollhammer Reithalle aufgeführt wird. Zur Handlung: Das junge Mädchen Anach wird langsam erwachsen und lebt mit seinen Eltern in einer Höhle. Ihr Freund ist ein Stoffpferd. Eines Nachts erscheint ihr im Traum ein echtes Pferd und schickt sie auf eine Reise, die sie am nächsten Tag antritt.

Auf dieser Reise trifft sie viele der Wesen aus J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“, darunter den Zwerg Gimli und die schwarzen Reiter. Das alles geschieht in unterschiedlichen Landschaften, unter anderem im Elbenreich. Bei jedem Aufeinandertreffen mit einer der Fantasy-Gestalten geht es um Entscheidungen, die Anach für ihr weiteres Leben treffen muss.