Bösel - Der Böseler Franz Schwalm ist am Donnerstag im Alter von 80 Jahren verstorben. Damit verliert Bösel einen Kenner der Heimatgeschichte, Kämpfer für den Erhalt der plattdeutschen Sprache und echten Heimatfreund. Den NWZ -Lesern ist Franz Schwalm nicht nur durch seine regelmäßigen Beiträge in plattdeutscher Sprache im lokalen und regionalen Teil bekannt. Mehr als zehn Jahre schrieb Franz Schwalm für die überregional in der NWZ erscheinende Seite „Snacken un Verstahn“, zuletzt im Juni 2014 über das Dustmeer.
Jahrzehnte arbeitete Franz Schwalm zudem als freier Mitarbeiter für die NWZ . Kenntnisreich – zuweilen gar detailversessen – berichtete er aus der Böseler Heimatgeschichte. Sein umfangreiches Archiv bot ihm wertvolle Dienste.
Franz Schwalm wurde am 13. November 1934 in Bösel geboren. Der Gemeinde blieb er sein Leben lang treu. Nach dem Schulbesuch absolvierte er eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten bei der Gemeinde Bösel und war hier im Anschluss als Diplom-Verwaltungswirt tätig, viele Jahre als stellvertretender Gemeindedirektor. In dieser Funktion prägte er die Dorfentwicklung Bösels. Durch den Beruf lernte er auch seine Ehefrau Gerda kennen. Sie heirateten 1962. Vier Söhne gingen aus der Ehe hervor.
Franz Schwalm ist weit gereist, eines seiner Hobbys war es, Reisen zu organisieren. Mit Gruppen ging es vom Nordkap bis in die Sahara, nach Sibirien, Kanada oder Alaska. Dem begeisterten Fotografen boten sich dabei jede Menge Motive.
Ein besonderes Anliegen war ihm die plattdeutsche Sprache. Er engagierte sich für den Erhalt des Plattdeutschen und war seit Gründung von Borsla, der Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur, Schriftführer des Vereins. Viele plattdeutsche Erzählbände und Döntkes stammen aus seiner Feder. Engagiert war er zudem in der Redaktion des „Spräkrohrs“, dem Mitteilungsblatt des Heimatvereins Bösel. Er war Mitgründer dieses Blattes und lieferte hierfür zahlreiche plattdeutsche und heimatkundliche Beiträge.
Verfasst hat Franz Schwalm auch zwei plattdeutsche Theaterstücke, die jeweils mit mehreren Vorstellungen zur erfolgreichen Aufführung gekommen waren.
Auch die Freiwillige Feuerwehr Bösel trauert um einen langjährigen Weggefährten, der lange Zeit mit viel Engagement die Geschicke der Wehr mit gelenkt hatte. So war Franz Schwalm viele Jahre Gemeindebrandmeister und etwa 20 Jahre stellvertretender Kreisbrandmeister. Er war außerdem Kreisausbildungsleiter. Visionären Weitblick bewies Franz Schwalm auch hier: Vor bereits mehr als 50 Jahren gründete er in Bösel die erste Jugendfeuerwehr im gesamten Landkreis.
Franz Schwalm war auch mehr als zehn Jahre Präsident der Seniorengruppe der ehemaligen Führungskräfte der Feuerwehren im Kreis.
Die Beerdigung ist Donnerstag, 5. März, um 15 Uhr.
