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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Serie: Ein Oldenburger in Innsbruck

12.04.2011

OLDENBURG Auf die vorsichtige Frage, wie er die unvoll­endete Suche nach einem Generalmusikdirektor in Oldenburg bewerte, lächelt Alexander Rumpf reserviert wie jemand, dem man statt Filet Mignon Bauchspeck aufgetischt hat. Der bis 2009 letzte Inhaber dieser Position ist viel zu klug, feinfühlig und erfahren. Da hält er sich bei einem solchen Reizthema in der Reserve.

Stattdessen erzählt er intensiv von seiner Arbeit nach dem Abschied vom Staatstheater. Schnell spürt man: In Innsbruck, wo er seitdem die meiste Zeit gewirkt hat, stürzt er sich mit dem gleichen Enthusiasmus ins Abenteuer wie acht imponierende Jahre lang in Oldenburg. „Musik braucht den direkten Draht zur Seele der Menschen“, lautet sein Credo. Mit solchen Vermittlungen hat Rumpf (52) hier die zweitlängste Musik-Ära der Nachkriegszeit geprägt. Nur Karl Randolf in den 60er Jahren wirkte länger. Komplimente leitet er ans Publikum um: „Toll, dass die Oldenburger das alles mitgemacht haben.“ Mahler, Wagner, Schostakowitsch, Zweite Wiener Schule – das waren Herausforderungen.

Größeres Opernensemble

In der Tiroler Landeshauptstadt wird sich sein Aufgabenbereich ab der kommenden Spielzeit noch erweitern. Er wird dann Chefdirigent am Landestheater mit dem Landesorchester. Bisher lag Rumpfs Gewicht auf der Oper. „Vom ,Vogelhändler‘ über ,Verkaufte Braut‘ und ,Elektra‘ bis zu ,Wozzeck‘ ist einiges zusammengekommen”, bilanziert er. Wagners „Lohengrin“, Janáceks „Jenufa“ und Brittens „Albert Herring“ heißen die von ihm musikalisch betreuten Produktionen ab Herbst.

Vergleichbar mit Oldenburg in Strukturen, Finanzierung und Format sei das Landestheater-System in Innsbruck. „Nur das Opernensemble ist deutlich größer, es umfasst beinahe 20 feste Sänger“, erzählt Rumpf. Da fällt offenbar ins Gewicht, dass Intendantin Brigitte Fassbaender selbst eine Sängerin von Weltrang war.

Außermusikalischer Traum

Brittens heitere Oper wird zur letzten Produktion von Fassbaender, die in Oldenburg „Don Giovanni“ und „Rosenkavalier“ inszeniert hat. Nach 13 Jahren gibt sie die Intendanz in Innsbruck ab. Bei der Aufwertung von Rumpfs Position zunächst bis 2013 hat sie ein gewichtiges Wort mitgesprochen. Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. „Leute ihres Formats sind nie Selbstdarsteller, da geht es nur um die Sache“, urteilt der Oldenburger in Österreich.

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Oldenburger ist der ehemalige GMD nämlich immer noch. „Wir werden zumindest Norddeutsche bleiben“, deutet Alexander Rumpf die Pläne seiner Familie an. Seine Frau ist Bratscherin bei den Bremer Philharmonikern, die neun, 14 und 18 Jahre alten Kinder stehen zwischen Grundschule und Abitur. Deshalb werden die Rumpfs „in absehbarer Zeit“ nach Bremen ziehen.

Zuvor erfüllt der Dirigent sich einen außermusikalischen Traum. Mit seinem besten Freund und dem Schwager geht es im Sommer zum Wandern in den Sarek-Nationalpark in Lappland. „Ich habe einen der schönsten Berufe“, sagt Rumpf. „Aber das Leben hält auch anderes als den Beruf bereit.“ Eben Erfahrungen und Werte, die verhindern, sich vom Beruf auffressen zu lassen.

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