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NWZonline.de Nachrichten Kultur

MUSICAL: Ein Schrottplatz im Mondlicht

06.06.2005

BREMEN Das Musical von Andrew Lloyd Webber begeistert immer noch. Besonders beeindrucken die Bühne und die tänzerischen Leistungen.

von Wolfgang Denker BREMEN - Der „Urknall“ der Musical-Begeisterung in Deutschland war „Cats“ sicher nicht – aber Andrew Lloyd Webbers Geniestreich war wohl das erste Musical, das perfekt generalstabsmäßig und multimedial weltweit vermarktet wurde. Immerhin war „Cats“ Wegbereiter eines ganzen Industriezweiges, als dessen Spätfolge nicht zuletzt auch (allerdings ein paar Jahre zu spät) das Bremer Musical-Theater gebaut wurde.

Aber das neue Konzept, das Bremer Haus mit vielen Produktionen, die ein oder mehrere Wochen laufen, zu füllen, geht auf. Und „Cats“ zählt dabei zu den Höhepunkten.

Die Hamburger „Cats“-Produktion hatte ihre Premiere 1986 und sorgte lange dank ihrer Qualität für sensationelle Besucherzahlen. Diese Qualität betrifft alle Zutaten – von der Bühne bis zu den hervorragenden Masken, von der Choreografie bis zur musikalischen Umsetzung – und zeichnet auch die „Cats“-Tournee aus, die nun bis zum 10. Juli in Bremen Station macht.

Das bekannte, sehr aufwendige Bühnenbild (ein Schrottplatz im Mondlicht) entfaltet immer noch seinen skurrilen Charme und ist mit seinen geheimnisvollen Lichtstimmungen von überwältigender Opulenz. Die Original-Inszenierung von Trevor Nunn besticht ungebrochen mit ihren Charakterzeichnungen, die die Katzenwelt so herrlich vermenschlicht, etwa Hardy Rudolz als beleibter Bustopher Jones, einer Art Falstaff in der Katzenwelt. Oder Uli Scherbel als fröhlicher Kater Skimbleshanks vom Nachtexpress. Überzeugend ist auch die ausgefeilte Dramaturgie, etwa beim spannend vorbereiteten Erscheinen des weisen Alt Deuteronimus (Reinhard Brussmann) oder dem elektrisierenden Auftritt des bösen Katers Macavity (Vanni Viscusi), der wie ein Fürst der Hölle in die Katzen-Party hereinbricht.

Nur die lange Piraten-Szene fällt daneben etwas ab. Getragen wird „Cats“ natürlich besonders von den tänzerischen Leistungen. Die Original-Choreografie von Gillian Lynne wurde für die Tournee von Christine Cartwright beeindruckend aufgefrischt: Furiose Ensemble-Szenen wechselten mit fast akrobatischen Soli. Arne Stephan als „Sexprotz“ Rum Tum Tugger gab eine veritable Tom-Jones-Parodie, Selma Rudalics und Stephan Zenka sorgten als chaotisches Pärchen Rumpleteazer und Mungojerrie für buffoneske Glanzlichter.

Die tänzerische Präsenz von Mark John Richardson als charismatischem Zauberer Mr. Mistoffelees übertraf alles – ein Meisterstück!

Die zentrale Figur aber ist Grizabella, eine einst gefeierte, inzwischen abgetakelte Künstlerin, die von Erinnerungen lebt. Angelika Milster hat mit dieser Rolle damals ihre Weltkarriere gestartet.

Maaike Schuurmans gibt der Partie ihre eigene Prägung, singt das musikalische Herzstück „Erinnerung“ zunächst sehr ausdrucksvoll und verinnerlicht, im zweiten Teil dann mit dunklem Brustregister und anrührender Verzweiflung, die unter die Haut geht.

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NWZ/KULTUR/1

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„Cats“

wird im Bremer Musicaltheater (Richtweg/Nähe Hauptbahnhof) noch bis zum 10. Juli gezeigt. Wer die NWZ-Card besitzt und sich im Vorverkauf eine Eintrittskarte sichert, dem wird ein zehnprozentiger Preisnachlass gewährt. Karten gibt es unter

01805/36 11 36.

Infos: www.cats-musical.de

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Ein Schrottplatz im Mondlicht

Musical„Cats“ auf Tournee – Fünf Wochen im Bremer Musical-Theater

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Das Musical von Andrew Lloyd Webber begeistert immer noch. Besonders beeindrucken die Bühne und die tänzerischen Leistungen.

von Wolfgang Denker BREMEN - Der „Urknall“ der Musical-Begeisterung in Deutschland war „Cats“ sicher nicht – aber Andrew Lloyd Webbers Geniestreich war wohl das erste Musical, das perfekt generalstabsmäßig und multimedial weltweit vermarktet wurde. Immerhin war „Cats“ Wegbereiter eines ganzen Industriezweiges, als dessen Spätfolge nicht zuletzt auch (allerdings ein paar Jahre zu spät) das Bremer Musical-Theater gebaut wurde.

Aber das neue Konzept, das Bremer Haus mit vielen Produktionen, die ein oder mehrere Wochen laufen, zu füllen, geht auf. Und „Cats“ zählt dabei zu den Höhepunkten.

Die Hamburger „Cats“-Produktion hatte ihre Premiere 1986 und sorgte lange dank ihrer Qualität für sensationelle Besucherzahlen. Diese Qualität betrifft alle Zutaten – von der Bühne bis zu den hervorragenden Masken, von der Choreografie bis zur musikalischen Umsetzung – und zeichnet auch die „Cats“-Tournee aus, die nun bis zum 10. Juli in Bremen Station macht.

Das bekannte, sehr aufwendige Bühnenbild (ein Schrottplatz im Mondlicht) entfaltet immer noch seinen skurrilen Charme und ist mit seinen geheimnisvollen Lichtstimmungen von überwältigender Opulenz. Die Original-Inszenierung von Trevor Nunn besticht ungebrochen mit ihren Charakterzeichnungen, die die Katzenwelt so herrlich vermenschlicht, etwa Hardy Rudolz als beleibter Bustopher Jones, einer Art Falstaff in der Katzenwelt. Oder Uli Scherbel als fröhlicher Kater Skimbleshanks vom Nachtexpress. Überzeugend ist auch die ausgefeilte Dramaturgie, etwa beim spannend vorbereiteten Erscheinen des weisen Alt Deuteronimus (Reinhard Brussmann) oder dem elektrisierenden Auftritt des bösen Katers Macavity (Vanni Viscusi), der wie ein Fürst der Hölle in die Katzen-Party hereinbricht.

Nur die lange Piraten-Szene fällt daneben etwas ab. Getragen wird „Cats“ natürlich besonders von den tänzerischen Leistungen. Die Original-Choreografie von Gillian Lynne wurde für die Tournee von Christine Cartwright beeindruckend aufgefrischt: Furiose Ensemble-Szenen wechselten mit fast akrobatischen Soli. Arne Stephan als „Sexprotz“ Rum Tum Tugger gab eine veritable Tom-Jones-Parodie, Selma Rudalics und Stephan Zenka sorgten als chaotisches Pärchen Rumpleteazer und Mungojerrie für buffoneske Glanzlichter.

Die tänzerische Präsenz von Mark John Richardson als charismatischem Zauberer Mr. Mistoffelees übertraf alles – ein Meisterstück!

Die zentrale Figur aber ist Grizabella, eine einst gefeierte, inzwischen abgetakelte Künstlerin, die von Erinnerungen lebt. Angelika Milster hat mit dieser Rolle damals ihre Weltkarriere gestartet.

Maaike Schuurmans gibt der Partie ihre eigene Prägung, singt das musikalische Herzstück „Erinnerung“ zunächst sehr ausdrucksvoll und verinnerlicht, im zweiten Teil dann mit dunklem Brustregister und anrührender Verzweiflung, die unter die Haut geht.

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