Wildeshausen - Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat der vor kurzem aufgelöste Frauenverein Wildeshausen am Mittwoch sein Archiv an den Bürger- und Geschichtsverein übergeben. „Wir waren ein Teil von Wildeshausen und möchten, dass unsere Chroniken öffentlich zugänglich sind“, sagte Hildtraut Seefeld-Iken, zuletzt 2. Vorsitzende des Frauenvereins. Gemein mit ihren alten Vorstandskolleginnen Brigitte Kaiser und Doris Schauder war sie ins Rathaus gekommen, wo der Bürger- und Geschichtsverein ein Büro hat.
„Wir sind ja quasi das Archiv der Stadt Wildeshausen“, erklärte die 2. Vorsitzende Gerda Lehmensiek. „Auch uns ist es wichtig, dass spätere Generationen noch Zugriff auf die Geschichte des Frauenvereins haben.“ Dass das Material später benutzt werden kann und jeder weiß, was vorhanden ist, dafür sorgt Eva-Maria Ameskamp vom Bürger- und Geschichtsverein, die ein Bestandsverzeichnis im Computer erstellt. Aufbewahrt wird das Material im Lager des Bürger- und Geschichtsvereins.
Im Kern beinhaltet das Archiv des Frauenvereins die nach Jahren sortierten Chroniken. Wurden die in den ersten Jahrzehnten, als der Verein noch Hausfrauenverein hieß, in Aktenordnern erstellt, gab es seit 2006 jährlich einen modern gestalteten Bildband über den Verein, der ab 2007 zum Frauenverein wurde. Damals erhielt der Verein die Gemeinnützigkeit. 2009 wurde ein Büro im Gebäude der Kreismusikschule eröffnet. Das Büro wurde Ende Januar geräumt.
Nach Angaben der letzten Vorsitzenden Brigitte Kaiser bleiben rund 3000 Euro an Vereinsvermögen übrig, das an die Stadt fließt mit der Maßgabe, damit das Frauenhaus und die Hospizhilfe zu unterstützten. Ferner soll am Burgbergsee eine Bank aufgestellt werden.
Auch wenn der Frauenverein wegen Überalterung aufgelöst wurde, gibt es noch einige Gruppen, die im privaten Rahmen weiter bestehen. Mehrere Frauen treffen sich in der Musikgruppe, in der Singgruppe, zur Diskussionsrunde, zum Wandern und zum Rommé. Einige Damen bereiten in Kooperation mit der Tafel für die Kinder der Hunteschule freitags ein Frühstück vor. Auch in der Freizeitgestaltung des Alexanderstifts sind weiter Frauen aktiv. „Der Frauenverein hat in der Vergangenheit viele gute Taten getan und das meistens im Stillen“, attestierte Gerda Lehmensiek.
Gründet worden war der Hausfrauenverein 1953. Erste Vorsitzende in den ersten beiden Jahren war Annemarie Schwarz. Ihr folgten Ria Steenken (1954 bis 1974) und Doris van Haaren (1994 bis 2006). Danach kam Brigitte Kaiser. Bei seiner Auflösung hatte der Verein noch 189 Mitglieder. Das Durchschnittsalter betrug 75 Jahre.
