Ganderkesee - Schade. David Hasselhoff und Pam Anderson können nicht. Deshalb muss Ganderkesees Männergarde ein wenig improvisieren, um die Baywatch-Folge 244 am Steinacker abzudrehen. In den Hauptrollen: Patrick Meyer als eleganter Surfer – und Männerbäuche als Wasser. Schon bei den Proben am Mittwochabend tobte die Frauenwelt. Keine Frage: Folge 244 wird ein Hit bei den Büttenabenden der Session 2016 in der Ganderkeseer Festhalle Am Steinacker.

Im 65. Jahr ihres Bestehens hat die GGV ihr Erfolgsrezept beibehalten. Rund vier Stunden Programm wird es geben, auf 14 temporeiche, oft witzige und mitreißende Darbietungen kann sich das Publikum freuen.

Und auf Prominenz. Darth Vader schaut vorbei und klärt köstlich sächselnd über seine wirkliche Heimat Göttschenbroda in den östlichen Galaxien auf. Der Jedi-Ritter, dem unter seiner schwarzen 100-Euro-Montur eine gewisse Ähnlichkeit zu Torge Kublank nachgesagt wird, ist auf Werbetour für einen Herr-der-Ringe-Film, der in Steinkimmen gedreht werden und „Die zwei Türme“ heißen soll. Wichtige Rollen seien bereits vergeben: Ratsherr Christian Marbach sei der Gollum, und „der kleine Ex-Bürgermeister Sprung spielt gleich alle Hobbits auf einmal“.

Apropos Marbach: Dem Elmeloher Ratsherrn hat Schreiberling Hergen Schelling eine andere Rolle zugedacht. Genüsslich seziert der Büttenredner die Fliehkräfte in Ganderkesees Ratsfraktionen („Herr Jesußek, der lief der SPD mal weg“) und landet schließlich bei der UWG: „Ratsherr Marbach wird zum Quäler, für die Fraktion der Freien Wähler.“

Voller Selbstbewusstsein debütiert Stephani Keltsch, die ihre blonde Pracht auf der Bühne von Friseur Patrick Meyer herrichten lässt: „Auch ich bin nicht perfekt. Aber so nah dran, dass es mir Angst macht.“ Eigens für diese Rolle hatte sich Meyer von Keltsch einen String Tanga ausgeliehen, darüber durchsichtige Leggings gestreift. Die seien so knalleng, dass der Auftritt maximal fünf Minuten dauern dürfe, frotzelte er hinter der Bühne. „Eine Zugabe ist nicht drin.“

Was mit der „Leichtigkeit des Seins“ gemeint ist, sehen die Zuschauer beim Auftritt der Tanzformationen. Schon zu Beginn wirbeln die GGV-Tanzmariechen Alicia Gold, Hannah Bielefeld und Gina Sperling über die Bühne, als hätten sie die Gesetze der Schwerkraft ausgehebelt.

Premiere bei Büttenabenden feiern die Weiß-Blauen Funken, mit immerhin sieben Gardetanz-Neulingen in ihren Reihen. Fetzigen Rock ’n’ Roll haben die Lolly Pops im Gepäck, mit eingängigem Square Dance kommt Temptation, nach Hits aus den 80ern räkelt sich das Showdance Dance-Center auf den Brettern.

Dafür, dass die Gäste gleich zu Beginn des Abends in Bewegung kommen, wollen die stimmstarken Exprinzenpaare sorgen. Der 60-köpfige Chor unternimmt mit einem Ohrwürmer-Potpourri einen Streifzug durch Ganderkeseer Büttenabendgeschichte. Einen deutlich schnelleren Takt geben später die Bookhorn Allstars bei ihrem Pur-Medley und die Cowboys von Querbeat vor. Schon bei der Probe sang der Saal mit.