• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

MUSIK: Ein Triumph der Farben und virtuosen Brillanz

05.02.2005

WILHELMSHAVEN WILHELMSHAVEN - Mit einem französisch-russischen Programm war das Orchestre Philharmonique du Luxembourg in der Stadthalle Wilhelmshaven zu Gast – ein Perfektionsorchester, dem man die mediale Präsenz (auf Tonträgern mit Werken des 20./21. Jahrhunderts), aber auch die besondere Affinität zur französischen Musik hörbar anmerkt.

Raffinement der Farbe, Bildkraft und Atmosphäre gab es nicht nur bei Ravels „La Valse“, der ironisch-apokalyptischen Vision des Wiener Walzers zu hören, sondern auch (wenngleich in ganz anderer Weise) bei Gabriel Pierné (1863–1937), den in Deutschland kaum jemand kennt.

Der Komponist mehrerer Opern, Organist und Dirigent war hier mit der Suite „La leçon de danse“ aus dem Ballett „Cydalise et le chèvre-pied“ (1914/1915) vertreten, die – bukolisch-heiter, witzig grotesk und opulent in der Färbung – in die „Fètes galantes“ des 18. Jahrhunderts hineintaucht und eine wunderbar klare und graziöse, alle Holzbläser-Delikatessen entfaltende Darstellung fand.

Ravels „La Valse“ gab der Dirigent Bramwell Toveyville, seit 2002 Musikdirektor und Chefdirigent des Orchesters, fließend weiche Konturen, schillernde Farbenwechsel und eine biegsame Tempo-Modifizierung (bei gemäßigtem Grundtempo), die sich auf die Finessen kleinster Ritardando-Effekte in der Melodik freilich kaum einließ.

In Borodins blechbläserlastigen 2. Sinfonie h-Moll waren dunkle Farben und plakative Thematik, lapidare Durchführungstechnik und urtümliches Musikantentum effektvoll und plastisch herausgestellt worden.

Großen Effekt machte auch, beim Auftritt eines der großen und genialen Klaviervirtuosen unserer Tage, Saint-Saens’ zweites Klavierkonzert g-Moll, dessen Solopart der türkische Pianist Fazil Say (in Wilhelmshaven und Oldenburg bereits rühmlich eingeführt) spielte. Glitzernde und kapriziöse Brillanz, mit Überlegenheit und Nonchalance ohnegleichen serviert, theatralisches Pathos und tänzerisch-rhythmischer Drive waren unerhört fesselnd, „molto pomposo“ entfaltet. Das Zusammenspiel von Solist und Orchester war optimal.

Mit zwei eigenen Werken, dem schon bekannten (und immer wieder faszinierenden) „Black Earth“ mit der Imitation eines türkischen Volksinstruments auf den gezupften Klaviersaiten, und „Paganini-Jazz“, einer hinreißenden Klavier-Paraphrase eines berühmten Themas, dankte der Pianist für stürmischen Beifall.

Auch das Orchester wollte sich, trotz des überlangen Programms, eine Zugabe nicht nehmen lassen: den „Ungarischen Tanz“ von Berlioz.

Einer der großen und genialen Klaviervirtuosen unserer Tage war zu Gast

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.