Wüsting - „Wir befinden uns in der afrikanischen Steppe. Ihr müsst das Wasser zu euren Ziegen nach Hause bringen“, erklärte Lehrerin Frederieke Fey den Teilnehmern ihrer AG die Aufgabe.

Am Projekttag „Ein Tag für Afrika“ sollten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Wüsting in zehn verschiedenen Arbeitsgruppen einen Einblick in den Alltag und die Kultur der Kinder in Afrika bekommen.

„Wir simulieren, wie die Menschen von klein auf in vielen afrikanischen Gegenden Wasser transportieren“, berichtete Frederieke Fey. Dabei sorgte die eine oder andere Schüssel Wasser für eine unfreiwillige, aber bei den sommerlichen Temperaturen doch willkommene Abkühlung unter den Schülern.

In der AG von Meike Rengel-Heick stellten die Kinder Gefäße und Kettenanhänger aus Ton her. In der Musik-AG von Karin Tellmann konnten sie dagegen trommeln, rasseln und lernten das afrikanische Musikinstrument Kalimba kennen. Außerdem standen Weben, afrikanische Tänze und vieles mehr auf dem Programm.

Organisatorin Karin Tellmann hatte Hanna Lütke Lanfer eingeladen, die den Mädchen und Jungen in zwei Gruppen von ihren Erlebnissen in Sierra Leone berichtete. Die 27-Jährige war 2011 erstmals in das westafrikanische Land gereist.

Gemeinsam mit Freunden initiierte sie dort das Projekt Salone Dreams, dessen Ziel der Bau eines Bildungszentrums ist, in dem sozialschwache Menschen sich bilden und einen Beruf erlernen können sollen.

Den Schülern aus Wüsting erzählte sie aber von dem Bau eines Schulgebäudes nahe der Stadt Freetown. Nach dem Vortrag hatten die Mädchen und Jungen Gelegenheit Fragen zu stellen, die sie intensiv nutzten, um mehr über das Leben der afrikanischen Kinder zu erfahren.

Anschließend übte Hanna Lütke Lanfer noch ein kleines Klatschspiel mit den Kindern ein, bei dem sie ganz nebenbei noch ein paar Sätze in Krio, einer der Landessprachen in Sierra Leone, lernten.

Am Nachmittag legten sich die Mädchen und Jungen dann noch einmal richtig ins Zeug. Sie verrichteten kleine Arbeiten bei Verwandten und Bekannten. Die achtjährige Maila putzte zum Beispiel zu Hause die Fenster, und auch der zehnjährige Felix wollte seiner Mutter im Haushalt zur Hand gehen. Den Lohn für ihre Mühen spenden die Schüler für eine Grundschule in Sierra Leone.