Jever - Ob Münzen, Briefmarken oder Teddybären; Steine, Muscheln oder kleine Albumbildlichen: Viele Menschen sammeln etwas in ihrem Leben, etwas, das ihnen Freude bereitet und das sie lieb gewonnen haben. „Die Menschen sind nun mal von Natur aus Jäger und Sammler – Sammeln gehört einfach zu unserem Leben dazu“, findet auch Horst Janßen, Leiter des Plattdeutschen Gesprächskreises in Jever. Und deshalb machte er die Sammelleidenschaft zum Thema.

Unter dem Motto „Leevhebberee un wat man so all’ sammeln deiht“ stellten die Besucher des Plattdeutschen Gesprächskreises der Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins am Mittwochabend in amüsanter Stimmung ihre persönlichen kleinen Sammlungen vor.

Neben Carla Gerdes, die ihre Tassen und bunten Kristallgläser schon seit 1954 sammelt, stellte auch Hermann Wilbers seine Lieblingsstücke vor: Räuchermännchen. Gut 80 Stück hat er inzwischen beisammen. „Die Figuren sind ganz unterschiedlich, darunter sogar das original Sandmännchen aus der damaligen DDR und die Wildecker Herzbuben“, präsentierte Wilbers. „Aber auch der Holzmichel“ – ein Stichwort, das alle zum gemeinsamen Singen von „Lebt denn der alte Holzmichel noch. . .“ animierte.

Auch Christa Arntz erzählte von ihrer besonderen Sammlung: Beipackzettel. Ganze drei Ordner hat sie damit schon gefüllt. Doch in ihrem selbst geschriebenen Gedicht erwähnte sie auch eine andere Seite des Hobbys: „Un wll man as echten ,Messi‘ deit beteken; dat moot man hier ok maal weten; de is as Sammler up jeden Fall krank; un hört bi een bestimmten Doktor up de Bank.“

Wilfried Fürlus berichtete von seiner großen Hosta-Sammlung, einer Pflanze, auch bekannt als Funkie oder Herzblattlilie, oder seiner Filmsammlung, die bereits aus gut 1000 alten Filmen besteht. Aber auch seine Kaminhunde sind besondere Sammelstücke – die wurden nämlich aus einem Haus gerettet, in das der Blitz eingeschlagen hatte.

Noch viele weitere Sammler verrieten am Abend ihre persönlichen Lieblingsstücke. Als wahrer Sammel-Sieger ging aber Horst Janßen selbst hervor: Zwei prall gefüllte Kartons hatte er mitgebracht mit kleinen „Leevhebbereen“: Ob Briefmarken, besondere Steine und Muscheln aus Spanien, Bierdeckel, Albumheftchen, Aktien oder Seifenstücke – Janßen hatte scheinbar alles dabei, was Menschen so sammeln können.

Und sogar alle Schlipse, die er während seiner Arbeit in der Bank getragen hatte, liegen wohl verwahrt bei Janßen zu Hause – gut 576 Stück zählt er inzwischen.

Rudolf Rabe berichtete noch von besonderen Sammlungen, die er allerdings nicht zeigen konnte: Das „Sammeln von Deerns“ hat er inzwischen zwar aufgegeben, so scherzte er. Aber etwas anderes hat er ebenfalls schon viel gesammelt: Erfahrungen.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt