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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Literatur: Eindrucksvoller Abschied von einer Zweiflerin

14.12.2011

BERLIN Hunderte Freunde, Kollegen und Leser haben am Dienstag in Berlin Abschied von der Schriftstellerin Christa Wolf genommen. Knapp zwei Wochen nach ihrem Tod wurde sie auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Mitte beerdigt.

„Wohl nie hat so viel Liebe eine Tote zum Grab geleitet“, sagte der Dramatiker Volker Braun an die Trauergemeinde gewandt. Christa Wolf, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen der Nachkriegszeit, war am 1. Dezember im Alter von 82 Jahren gestorben.

Unter den Trauergästen waren auch Literaturnobelpreisträger Günter Grass, Schauspielerin Corinna Harfouch, Schriftsteller Christoph Hein, Linke-Politiker Gregor Gysi, DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer und Musiker Andrej Hermlin. Vor den Kondolenzbüchern bildeten sich im strömenden Regen lange Schlangen. Die Ansprachen der Trauerredner wurden per Lautsprecher auf den Platz vor der Friedhofskapelle übertragen. Am Grab legten die mit Witwer Gerhard Wolf trauernden Menschen rote und weiße Rosen und Nelken nieder.

Braun bezeichnete Wolf als „die Hoffnungsvolle, die Zweifelnde“. Sie habe ein liebevolles, tätiges, reiches Leben geführt. „Sie ließ sich nicht einschränken“, sagte Braun. „Sie ging bis an die Grenze, an der man sich selbst als Fremder entgegenkommt.“

Die Abschiedsworte am Grab sprach dann eine weitere Weggefährtin der Atheistin Christa Wolf. Sie habe Wolf als jemanden kennengelernt, der sich von allen ideologischen und religiösen Fesseln gelöst habe, sagt die Pankower Pfarrerin Ruth Misselwitz. Nun sei es Zeit, sich gegenseitig zu trösten. „Du fehlst uns.“

Zu Wolfs bedeutendsten Werken zählen „Der geteilte Himmel“, „Nachdenken über Christa T.“, „Kindheitsmuster“, „Kein Ort. Nirgends“ und „Kassandra“. Sie war Chronistin der DDR und der deutschen Teilung und hatte Leser in Ost wie West.

Ihr Grab liegt in der Nähe der Ruhestätten des Schriftstellers Stephan Hermlin, des Dramatikers Heiner Müller und des Germanisten Hans Mayer.

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