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NWZonline.de Nachrichten Kultur

ROCKMUSICAL: Eine Disko macht Theater

05.12.2009

NORDDEICH Das Bühnenbild ist noch in der Werkstatt, die Kostüme sind in der Schneiderei. Kurz: Die Kopie ist noch nicht fertig, deswegen gibt es heute das Original. Die Landesbühne Nord hat zur Pressekonferenz in „Meta’s Musikschuppen“ an der Deichstraße eingeladen, vorgestellt wird „Meta, Norddeich – Das Rockmusical des Nordens“.

Pressekonferenz mit Musik

Die Scheiben der Eingangstür sind gesprungen, dahinter lauert Dunkelheit; das Licht der wenigen Scheinwerfer da oben finden kaum den Weg hinunter auf die Tanzfläche. Wie Spinnweben kleben die schwarzen Fischernetze an der Decke, graue Schiffstaue verstecken die alten Stützpfeiler des Hauses. Sven Rogall, der die Diskothek seit dem Tod seiner Mutter Meta 1994 betreibt, kennt sich mit Pressekonferenzen nicht so gut aus, deshalb macht er einfach das, was er hier immer macht: Er legt eine Platte auf. Huey Lewis’ „Heart Of Rock’n’Roll“ kracht aus den brusthohen Bassboxen. Das war Metas Lieblingslied.

Auf der Tanzfläche wippt Torben Schumacher mit den Füßen und freut sich. „So oft haben wir noch nie vor einer Premiere ,Ausverkauft‘ in unseren Spielplan schreiben müssen“, feixt der Marketingchef der Landesbühne Nord. „Meta“, das Rockmusical, gibt es zwar noch nicht – ein Renner ist es aber schon jetzt.

Denn Meta, das Original, ist Legende. Hier, im Haus Waterkant, stand 1960 eine der ersten Musikboxen der Region. Bald spielten hier die ersten Beatbands, Meta Rogall engagierte sogar Gruppen aus London. Aus Oldenburg, Bremen, Wilhelmshaven pilgerten Rockfans nach Norddeich. „Bi Meta in Norddiek“, dichtete Anfang der 70er Liedermacher Hannes Flesner, „bi Meta in Disko gift immer neie Musik.“ Und Autor Werner Jürgens schrieb im Jahr 2000 die Rock’n’Roll-Biografie „Komm, wir geh’n zu Meta“.

Meta bekam auch einen eigenen Ausstellungsraum in der erfolgreichen Disko-Schau im Schlossmuseum zu Jever. Dort stand Landesbühnen-Intendanten Gerhard Hess, als ihm die Idee kam, ein Meta-Musical in Auftrag zu geben. Peter Schanz schrieb es, Ingo Putz führt Regie, und jetzt sitzt der Regisseur zum ersten Mal in der Musikkneipe unterm Fischernetz und verrät kaum mehr als: „Es geht um eine Frau, die einen Dickkopf hatte und ihn auch durchsetzte gegen alle Widerstände.“

Suche nach Inspiration

Viel bekannte Rockmusik wird es geben, sagt dann noch Udo Becker, der musikalische Leiter. Torben Schumacher kündigt an, dass ein Schauspieler den legendären Papagei von Meta spielen wird, der von den Gästen manchmal Cola bekam und dann „immer sehr mobil“ wurde. Und Schauspieler Jarno Stiddien findet den „Geist“ des Musikschuppens so inspirierend, dass er demnächst zum Feiern wiederkommen will.

Apropos Geist: Disko-Chef Sven Rogall schwört, dass Meta immer noch durch ihren Musikschuppen spukt. „Da knarren Treppenstufen, wenn niemand da ist, und Türen klappern“, beteuert er. „Naja“, sagt er: „Meta will eben die Hand auf ihr Werk halten.“

Da gucken die Macher von „Meta, Norddeich – Das Rockmusical des Nordens“ ein bisschen verunsichert.

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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