Wahnbek - Bei strahlendem Sonnenschein sitzt Gerold Heuer an diesem Donnerstagmittag vor seinem Atelier in Wahnbek. Denn mit Schraubenziehern, Bohrern und Zangen formt er gerade eine Salamander-Figur. Seit mehr als drei Jahren sind die Metallgebilde seine Leidenschaft.
Seine ersten Figuren seien damals Engel gewesen, erinnert sich der 63-Jährige. Die Engel spielen noch immer eine große Rolle. „Ich habe im Laufe der Zeit ihre Form verändert“, sagt er. Mittlerweile stelle er viele Auftragswerke her. Dabei habe er sich in seiner Jugend gar nicht für Kunst interessiert, sagt er lächelnd. Das habe sich dann irgendwann entwickelt.
Heuer arbeitet überwiegend mit Metall. Die Bleche sind „Abfallreste“ aus beispielsweise Haushaltsauflösungen, die er recycelt. „Bei meiner Arbeit ist es mir wichtig, kein Material zu verschwenden“, betont er.
Als Ausstellungsort für die Exponate dient der eigene Garten, den er gemeinsam mit Ehefrau Gunda in Schuss hält. Von Elchen über verzierte Milchkannen bis hin zu einem aufgeblätterten Buch stehen hier Figuren – mit Geschichte. „Solch ein Grablicht mit integriertem Ginkgoblatt habe ich mal für eine Frau gefertigt“, sagt der Kunsthandwerker, während er auf eine Figur zeigt. Die Frau habe kein handelsübliches Grablicht kaufen wollen. Vom Ergebnis war sie dann völlig überrascht, erzählt Heuer gerührt.
Inspiration für die Gebilde erhalte er von Landschaften und Stimmungen. „Dann fange ich an, die Form zu erarbeiten“, sagt er. Und findet jemand Gefallen an den Werken, verkaufe er sie. Das falle ihm nicht schwer. „Denn es geht immer weiter voran“, lautet seine Devise. Die verkauften Figuren baut der Hobbykünstler dann nach.
Neben der Ausstellung im heimischen Garten präsentiert er sein Handwerk auch bei Veranstaltungen. Im Gepäck hat er dann nicht nur fertige Kunstwerke, sondern auch Metall, dass er vor den Augen der Besucher formt.
„Das ist eben meine Art, mich auszudrücken“, sagt er.
