Das Stück „Der Fuchs, der den Verstand verlor“ feiert am Sonntag, 18. Mai, Premiere. Beginn des einstündigen Stücks ist um 15 Uhr in der Exerzierhalle.

Oldenburg - Wenn man dem Musiker beim Spielen in die Augen sehen kann, dann klingt sein Instrument, sagen wir eine Klarinette, ganz anders, behauptet Jesse Broekman, der das Kindertheater „Der Fuchs, der den Verstand verlor“ komponiert hat. „Du bemerkst die Bewegung seiner Finger und hörst seinen Atem. Du entdeckst, wie Musik entsteht. Das zu erleben, war uns ganz wichtig.“ Gezeigt wird die zeitgenössische Kinderoper ab Sonntag in der Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters.

Schon das Bühnenbild macht deutlich, dass die Theatermacher hier keine große Oper für Kinder heruntergebrochen, sondern im Team ein Stück speziell für ihre Bedürfnisse entwickelt haben. Entstanden ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Spielplatz mit Rutsche, Kletterturm und Wasserbecken. Das Publikum sitzt auf zwei Seiten ganz nah an den Spielern.

Mit wenig Text wird über reichlich Klang die Geschichte vom Fuchs vertont, die auf dem Bilderbuch von Martin Baltscheit (2010) beruht. Sie handelt vom Fuchs (Schauspieler Hartmut Schories), der zwei jungen Füchsen (Countertenor Benjamin Boresch/Tenor Richard Klein) seine besten Tricks beim Jagen beibringt. Aber dann wird der Fuchs alt und nimmt seine Welt anders wahr.

Wie es sich anhört, Hunger zu vergessen oder den Weg nicht mehr zu finden, hat der Komponist Jesse Broekman aus Amsterdam in Töne gegossen. Der 28-Jährige ist vor allem in der Neuen Musik zuhause, will sich aber nicht darauf beschränken. „Mir ist es wichtig, Musikgenres zu vermischen. Denn Kinder ziehen, anders als die Erwachsenen, keine Grenzen zwischen Neuer Musik, Pop oder Elektro“, betont Broekman.

In einem ständigen Austausch über die vergangenen Monate mit Dramaturg Matthias Grön und Regisseurin Sara Ostertag, die auch bei „Sturmkind“ Regie führte, ist eine reiche Klangwelt für die Füchse entstanden. „Alles auf der Bühne hat eine Stimme und wird zu Musik“, beschreibt die in Wien geborene Regisseurin.

Neben den drei Darstellern spielen vier Musiker: Andreas Heuwagen am Schlagwerk, Petia Rousseva (Bratsche), Lothar Schneider (Akkordeon) und Carola Schaal (Klarinette). Paul-Johannes Kirschner hat die musikalische Leitung inne.