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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Eine singende Botschafterin

05.05.2017

Berlin Es ist zwar ein Ohrwurm, aber kein Hit zum Mitgrölen: Daliah Lavis „Oh, wann kommst du“.

Obwohl die Melodie fröhlich ist, lassen Zeilen wie „Wenn du gehen willst, lass ich dich gehen“ die Hörer ein bisschen melancholisch zurück. Der Sängerin gelang damit ihr größter Erfolg in Deutschland – nur eine Station einer Karriere, die von Zufällen geprägt war, Daliah Lavi erst zum Leinwand-, dann zum Bühnenstar gemacht hat. In ihrer Wahlheimat Asheville im US-Bundesstaat North Carolina ist die Künstlerin am Mittwoch gestorben, wie eine Mitarbeiterin des zuständigen Bestattungsinstituts sagte.

Ausbildung in Stockholm

Geboren am 12. Oktober 1942 (nach anderen Angaben war es 1940) in Haifa im heutigen Israel, holte sie schon früh der erste Zufall heraus aus der deutschen Gemeinde im Norden Israels, in der sie aufwuchs: Als Zehnjährige lernte Lavi den Schauspieler Kirk Douglas kennen, der gerade einen Film in Israel drehte.

Er ermöglichte dem Mädchen eine Ballettausbildung in Stockholm. Doch der Traum von der Primaballerina platzte – für eine Ballett-Karriere war Lavi zu groß. Das unverschuldete Scheitern ihrer Laufbahn als Tänzerin war für sie die „größte Enttäuschung“ ihres Lebens.

Die Indianerin Paloma

Eine Enttäuschung, der jedoch große Erfolge folgen sollten: Zurück in Israel modelte die junge Lavi, einem Filmproduzenten gefiel das Bild der 17-Jährigen – mit Zufall Nummer zwei begann die Karriere als Schauspielerin. Zwischen 1960 und 1971 war sie in rund 40 Filmen zu sehen. Sie spielte als Indianerin Paloma neben Lex Barker in „Old Shatterhand“ und arbeitete mit großen Schauspielern wie Yul Brynner, Dean Martin oder Curd Jürgens.

Im Jahr 1969 begann außerdem ihre Karriere als Sängerin – wieder mit einem Zufall. Ein Freund bot ihr an, israelische Songs in seiner Sendung im britischen Fernsehen zu singen. Wenig später bekam sie ihren ersten Plattenvertrag, „Love Song“ hieß das erste eigene Stück.

Aus „Love Song“ wurde kurz danach das „Liebeslied jener Sommernacht“ – der erste deutsche Titel und gleich ein Erfolg. Wenig später schaffte sie es mit „Oh, wann kommst du“ bis auf Platz vier der deutschen „Single-Charts“.

Die Schöne mit den melancholischen, dunklen Augen sang auch auf Italienisch, Französisch und Spanisch, aber im Deutschland der 70er und 80er Jahre feierte sie die größten Erfolge.

Schwermütige Texte

1995 zog sich Daliah Lavi aus der deutschen Öffentlichkeit vorerst zurück – bis 2008 in der ZDF-Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ ein kleines Comeback begann, das gleichzeitig der Abschied werden sollte. „Ich glaube wirklich, dass es mein letztes Mal ist“, sagte sie über ihr Abschieds-Album „C’est la vie“ und hielt sich daran.

Daliah Lavi war seit 1977 in vierter Ehe mit dem amerikanischen Industriellen Chuck Gans verheiratet, das Paar lebte in den USA. Beide hatten jeweils zwei Kinder mit in die Ehe gebracht.

Als singende Botschafterin in Deutschland hat sich Daliah Lavi einmal bezeichnet. Vielleicht waren es die oft schwermütigen Texte, die melancholischen Blicke, die sie aus dem fröhlichen deutschen Schlager-Einerlei heraushoben und so erfolgreich machten.

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