Schönemoor - Die Schönemoorer Katharinen-Kirche „ist ein Juwel“. Davon ist Restaurator Reinhard Meyer-Graft überzeugt. Im September haben er und sein Sohn Ruben begonnen, dies Juwel aufzupolieren: In einem Rutsch mit der seit längerem geplanten Erneuerung der Kirchenheizung werden die Innenwände des im Jahr 1324 eingeweihten Gotteshauses samt seiner mittelalterlichen Dekorationen restauriert. Allerdings: die Wand- und Deckengemälde, die immer mehr verblassen und deren Motive teils kaum mehr erkennbar sind, bleiben ausgespart.
Reinhard Meyer-Graft kennt die Katharinen-Kirche bereits seit langem. 1972 sei er hier erstmals als Restaurator tätig gewesen, Anfang der 80er Jahre ein zweites Mal. „Die Dekoration ist einmalig“, sagt er. Ornamentik und Gemälde seien vor der Renaissance entstanden, also mittelalterlich. Ausnahmen seien Arbeiten des Kirchenmalers Hermann Oetken aus den 50er Jahren.
In einem ersten Arbeitsschritt hatten die Restauratoren noch im September insbesondere diejenigen Arbeiten ausgeführt, zu denen ein Gerüst benötigt wird. So wurden die Decke sowie Teile der Wände gereinigt und loser Putz abgeklopft. „Der Ziegelstein ist relativ weich, er pudert ab“, dadurch löse sich der Putz, erläuterte Meyer-Graft. An diesen Stellen hätten sie die Oberfläche der Ziegel gefestigt, dann geschlämmt und retuschiert.
Die Ornamentik „haben wir ganz vorsichtig ergänzt“, denn hier sei klar, wie das Original einmal ausgesehen haben muss. Anders die Gemälde: Wenn man hier nachzeichne, dann sei das Bild „für den Fachmann nicht mehr wertvoll“. Meyer-Graft: „So wie es ist, ist es original.“
Alternativ sei denkbar, mit abklappbaren Tafeln zu arbeiten, auf denen das jeweilige Bild als Rekonstruktion dargestellt wird. Aber das wäre sehr teuer.
Wenn das im Zuge der Heizungssanierung beabsichtigte Aufstellen von neuen Kirchenbänken geschehen ist, wollen die beiden Restauratoren wiederkommen. „In der ersten Hälfte oder Mitte November“ werde das sein.
