EINSWARDEN - Kleine Kinder spielen gern mit Wasser. Für viele von ihnen macht es keinen großen Unterschied, ob das Wasser in der Badewanne ist oder in einer Pfütze. Dass es diese großen Unterschiede aber doch gibt, haben die Kinder aus dem städtischen Kindergarten Einswarden jetzt bei ihrem neuesten gruppenübergreifenden Projekt erfahren.
Es hieß „Wir erkunden unsere Umgebung“, und weil es in und um Einswarden so viel zu entdecken gibt, dauerte es einen Monat. Jetzt ist es zu Ende, und am Montagvormittag präsentierten die Kinder und ihre Erzieherinnen den Eltern die Ergebnisse. Noch bis zum Freitagvormittag ist die Projektausstellung aufgebaut, und so lange sind die Eltern eingeladen, sie zu besuchen, sagt die Kindergartenleiterin Kerstin Ulke.
Pfützenwasser wird sauber
Einen Monat lang erkundeten die Kinder jeden Tag ihre Umwelt – immer wieder in neuer Zusammensetzung. Da zogen Sechsjährige aus der Schulanfängergruppe mit Anderthalbjährigen aus der Krippe los. Bei einem Spaziergang durch Einswarden sammelten sie Grabenwasser, Pfützenwasser und Regenwasser und verglichen es miteinander. Dann reinigten sie das Wasser, bis es ganz klar war. Trinkwasser war aber immer noch nicht daraus geworden, wie die Kinder erfuhren. Denn es gibt auch Lebewesen, die so klein sind, dass sie nur unter ganz großen Mikroskopen zu erkennen sind – zum Beispiel Bakterien. Und wer Wasser mit Bakterien trinkt, kann krank werden.
Was ein Mikroskop überhaupt ist, erfuhren viele Kinder erst bei diesem Projekt. Der Kindergarten stellte ihnen einige kleinere Geräte zur Verfügung, mit denen sie kleinere Funde begutachten konnten. Fündig waren sie zum Beispiel am Seenpark, an der Weser und am Nordenhamer Strand geworden. Dort stießen sie auf Vogelfedern, eine Strandkrabbe, Schlickgras, Strandhafer und Schafgarbe. Da waren die Erzieherinnen froh, dass sie sich rechtzeitig in der Stadtbücherei eine Bücherkiste besorgt hatten, die unter anderem auch ein großes Bestimmungsbuch enthielt.
In dieser Kiste lag auch Eric Carles Bestseller „Die Raupe Nimmersatt“. Dieses Bilderbuch nahmen Kinder durch und malten danach Schmetterlingsbilder. Lebende Vorbilder hatten sie dafür bei ihren Erkundungen nicht so recht gefunden, sagt die Erzieherin Sabine Patzke. Stattdessen sahen sie viele Raupen.
Außerdem sahen sie Biber und Samtohr-Hasen – allerdings nicht im Original. Denn einige Kinder hatten sich für das Musikspiel „Wer rettet das Haus der Familie Samtohr?“ als Hasen und Biber verkleidet. Unter der Leitung der Erzieherinnen Viola Maake und Andrea Freese führten sie das kleine Stück für die Mütter auf, die zur Präsentation der Ausstellung gekommen waren. Die Kinder stellten das Wasser von oben und von unten mit Rasseln und dem Regenmacher, einem Perkussionsinstrument, dar.
Familie Samtohr in Not
In einem liebevoll gestalteten Bühnenbild spielten die Kinder die Geschichte von der Familie Samtohr, deren Haus nach tagelangen Regenfällen in Nässe versinkt. Doch die Biber können helfen: Sie fällen mit ihren kräftigen Zähnen mehrere Bäume und stauen so das Wasser des Bachs auf, an dem das Haus der Familie Samtohr liegt.
