EINSWARDEN/NORDENHAM - EINSWARDEN/NORDENHAM - Gelesen wird überall: An der Informationstafel am Bahnhof, im Internet, in der Zeitung und zunehmend auch auf dem Handy, immer seltener in Büchern. Das will Frank Sommer ändern.

Der Berliner Schauspieler und Erzähler war zwei Tage in Nordenham zu Gast und gestaltete in der Schule Am Luisenhof sowie an der Realschule I seine Show „Tolles Buch“. Sommer suchte das Gespräch mit den Jugendlichen und fragte sie nach ihrer Meinung.

„Im Fernsehen laufen nur die Bilder“, sagte Wolfgang Battenberg, Schulleiter Am Luisenhof. „Fernsehen regt eure Fantasie nicht an. Lesen dagegen ist Trommelfeuer unter der Schädeldecke.“

Ein Trommelfeuer der Jugendliteratur entfachte Sommer in seiner Show. Nicht jedes Buch konnte tiefgehend vorgestellt werden, einige zeigte er nur anhand der Cover und gab eine kurze Inhaltsangabe. Ein spannender Titel muss es schon sein, um das Interesse zu wecken. Glitzerbuchstaben oder skurrile Buchdeckel bringen Pluspunkte. Und: Das Ganze darf nicht zu dick sein.

„Boot Camp“ vom Morton Rhue beispielsweise ist ein solches Buch, das die Jugendlichen überzeugte. Sommer las eine Passage vor und sorgte für Spannung. Aufgelöst wurde die Geschichte aber nicht, schließlich sollen die Schüler das Buch lesen.

„Wie man richtig küsst“ lautet der Titel des Buches von Holly-Jane Rahlens. Der Hauptfigur ist es peinlich, dass der Mutter dieses Buch in die Finger fällt und sie die markierten Textpassagen studiert. Das 2005 erschienene Buch stand bei den Schülern hoch im Kurs.

Die Urteile der Jugendlichen waren gnadenlos: Sie applaudierten frenetisch, wenn ihnen ein Titel zusagte, oder blieben mucksmäuschenstill bei einem weniger interessanten Buch.

Diskutiert wurde auch über Bücher, die Schüler privat gelesen hatten. Auf dem Podium konnten sie Titel und Inhalt vorstellen oder über Sommers Buchvorschläge sprechen. Die Show von Frank Sommer sollte die Schüler ermutigen, auch privat wieder öfter zu einem Buch zu greifen.

In der Realschule I stellte die Veranstaltung für alle Jahrgänge den Höhepunkt der Aktion „Fernsehfreie Woche“ dar. Als einzige weiterführende Schule in Nordenham hatte die RS I zahlreiche Projekte gestartet, die Jugendliche zu kreativen Aktionen abseits der Mattscheibe anregen sollten.