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Museum Elektronischer Begleiter spricht Platt

Nordenham - Plattdeutsch kommt ins Museum Nordenham. Und zwar als zweite Sprache neben Hochdeutsch auf den Audioguides, mit denen sich Besucher die Exponate erklären lassen können. Seit 2011 gibt es im Museum solche elektronischen Helfer.

Damit habe die Einrichtung eine Vorreiterrolle eingenommen, sagte Museumsleiter Dr. Timothy Saunders am Freitag, als die plattdeutschen Begleiter der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ihm sind nur zwei weitere Museen bekannt, in denen es ebenfalls Audioguides auf Platt gibt. Diese hätten solche Geräte auch erst seit ein oder zwei Monaten.

Die hochdeutschen Audioguide-Texte haben Klaus Wessels aus Rodenkirchen und Hans-Rudolf Mengers aus Stollhamm, Vorsitzender des Rüstringer Heimatbundes, ins Plattdeutsche übertragen. „Wir konnten nicht einfach Wort für Wort übersetzen“, erzählte Hans-Rudolf Mengers. Denn viele hochdeutsche Worte hätten keine direkte Entsprechung auf Platt.

Weniger Substantive

Es gebe im Plattdeutschen weniger Substantive, sagte Klaus Wessels. Hauptwörter, die auf „-ung“ enden, seien selten bis gar nicht gebräuchlich. Einige Formulierungen ließen sich nur schwer ins Plattdeutsche übertragen. Seit 2011 arbeiteten Klaus Wessels und Hans-Rudolf Mengers an dem Projekt.

Bei der Sprache auf dem Audioguide handele es sich um authentisches Wesermarsch-Platt, ließ der gebürtige Ovelgönner Gerd Spiekermann ausrichten. Der NDR-Fernsehmoderator hat die Texte – insgesamt eine halbe Stunde – für die elektronische Führung gesprochen. „Ein Rundgang auf Platt dauert insgesamt etwa eine Stunde“, sagte Timothy Saunders.

Kosten von 1750 Euro

Die Schröder AV-Medien OHG aus Osterholz-Scharmbeck sorgte dafür, dass der neue Text auf den herkömmlichen Geräten des Museums läuft. Die Betreiber Martin und Helma Schröder nahmen am Freitag an der Präsentation teil. Das Vorhaben kostete etwa 1750 Euro. Der Rüstringer Heimatbund, die Oldenburgische Landschaft und die Plattdüütsch-Stiftung Neddersassen unterstützen das Projekt finanziell. Dr. Michael Brandt, Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, und Hans-Peter Fitschen, Vorstandsvorsitzender der Plattdüütsch-Stiftung Neddersassen wiesen auf die Bedeutung des Plattdeutschen für die regionale und kulturelle Identität hin.

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