Elisabethfehn - Wer ans Meer denkt, hat das Rauschen der Wellen sofort im Ohr. Versetzt man sich gedanklich auf einen hohen Berggipfel, pfeift einem der Wind um die Ohren. Doch was hört man eigentlich, wenn man an das Moor denkt? Eigentlich gar nichts. „Im Moor ist es still. Deswegen haben wir diesen Titel für die Ausstellung gewählt“, sagt Katja Kuhlmann, Studentin an der Universität Oldenburg. Zusammen mit ihren Kommilitoninnen Sophie Müller, Marieke Höper, Hannah Rabea Wagner und Zoe Marie Achtsoglou hat sie im Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn die Ausstellung „Moorgeflüster“ entwickelt, die an diesem Mittwoch eröffnet wird.

Basis der Ausbildung bilden ganz besondere Bilder. Die hat der Oldenburger Künstler Dr. Gunnar Gad erschaffen. Der Diplom-Biologe hat mit seinen Bildern Pflanzen und Tiere aus dem Moor mit liebenswertem Humor karikiert. „Wir sind eher zufällig auf Herrn Gad gestoßen. Er war im Rahmen einer Gästeführung im Museum und hat uns das Buch mit seinen Bilder gezeigt. Da mussten wir einfach zugreifen“, sagt Antje Hoffmann, Leiterin des Moor- und Fehnmuseums. Bei seinen Bilder hat Gad die Namen von Tieren und Pflanzen sehr wörtlich genommen. „Wenn ich zum Beispiel an einen Gelbohr-Rabenkakadu denke, bekommt dieser in meinen Bildern große gelbe Ohren und einen Schnabel wie ein Rabe“, so Gad.

Ihn faszinieren die gebräuchlichen – oftmals fantasievollen – Namen und die bunte Vielfalt von Flora und Fauna. Damit spielt er und zeichnet das, was ihm in den Sinn kommt. Auf diese Weise verbindet der Künstler seine Zunft mit der Wissenschaft. Apropos Wissenschaft – dafür waren bei dieser Ausstellung die Studentinnen zuständig. Sie alle studieren in Oldenburg im Masterstudiengang „Museum und Ausstellung“. Für diesen Studiengang ist das Moor- und Fehnmuseum Praxismuseum. „Wir haben bei der Entwicklung der Ausstellung daran gedacht, wo der Mensch Berührungspunkte mit den Tieren und Pflanzen im Moor hat und welche Tiere es heute im Moor überhaupt noch gibt“, sagt Studentin Katja Kuhlmann. Dazu soll es eine Kinderstation geben, an der die Kleinen Moorbilder malen können. Ebenfalls haben die Studentinnen eine Rallye durch die Ausstellung entwickelt. „Gerade für die Zeit zwischen unseren Industrieausstellungen ist diese hier die perfekte Ergänzung“, freut sich Hoffmann.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland