Elisabethfehn - An die schrecklichen Ereignisse und Opfer der Reichspogromnacht 1938 gedachten die Schüler der Soeste-Schule Barßel sowie die Schülervertretung der Oberschule Bösel in einer Gedenkfeier in der Aula in Elisabethfehn am Freitag. In dieser Nacht brannten jüdische Synagogen in ganz Deutschland. Angehörige von Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) zertrümmerten die Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten die Wohnungen jüdischer Bürger und misshandelten ihre Bewohner.
Die symbolische Leuchterübergabe erfolgte von der Schülervertretung der Soeste-Schule an die Schüler aus Bösel. Damit beendete die Barßeler Schule jetzt ihre einjährige Patenschaft für diesen Leuchter. Mit dem Leuchter als äußeres Zeichen soll in den Schulen in besonderer Weise an die schlimmen Ereignisse dieser Nacht während des Schuljahres im Unterricht erinnert werden. Es soll ein Zeichen gegen das Vergessen und gegen jegliche Form von Intoleranz, Antisemitismus und Gewalt sein, so die Schüler der Soeste-Schule in ihren verschiedenen Beiträgen.
Aber sie nahmen auch Stellung zum Kinderrecht. Schüler der Mädchenklasse meinten: „Wir haben ein Recht auf Gleichheit, egal wo wie herkommen, wie wir aussehen oder welche Religion wir haben“. Antisemitismus nimmt immer mehr zu. Das zeigten die jüngsten Beispiele wie in Halle an der Saale, sagt Lehrer Kai Nienaber. „Das die Erinnerung wichtig und notwendig ist, zeigen die Beispiele der letzten Zeit, die exemplarisch für einen neu aufflammenden Antisemitismus in Deutschland und gerade auch vor Ort entstehen“, so Bürgermeister Nils Anhuth.
Ins Visier nahm Anhuth dabei auch die AfD. „Wer vehement den Holocaust verleugne, habe in einer Demokratie nichts verloren. Von einer ergreifenden Feierstunde sprach Dr. Irmtraud Kannen von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Oldenburger Münsterland. Beeindruckt zeigte sie sich von der Gedenkfeier. „Symbolisch werde der Leuchter von Schule zu Schule weitergegeben, um auch bei jungen Menschen das Wissen um das schreckliche Geschehen der nationalsozialistischen Zeit zu erweitern und wach zu halten. Die Idee muss weiterleben“, sagte zum Abschluss Dr. Kannen.
