Elisabethfehn - Das Moor ist sehr vielschichtig – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Um die vielen verschiedenen Schichten des Moores sichtbar zu machen, hat sich die Leitung des Moor- und Fehnmuseums jetzt etwas Besonderes ausgedacht. Mit einer LED-Leiste wird dem Besucher genau aufgezeigt, welche der Torfschichten im Moorprofil er sich gerade auf dem Display anschaut. Das ist aber nur eine der Neuerungen, die jetzt zum Saisonbeginn an diesem Freitag im Moor- und Fehnmuseum vorgestellt wurden.

„Ganz neu im Programm haben wir die Kranichexkursion, die im April stattfinden soll. Dafür konnten wir den Oldenburger Biologen Gunnar Gad gewinnen“, freut sich Museumsleiterin Antje Hoffmann. Auch im Oktober wird die dreistündige Exkursion noch einmal angeboten. Ebenfalls soll es jetzt Exkursionen in die Esterweger Dose geben. Dort können die Teilnehmer das größte zusammenhängende Hochmoorschutzgebiet Westeuropas erkunden. Natürlich wird es auch wieder in das benachbarte Ostermoor gehen.

An zwei Schnuppertagen möchte die Museumsleitung gerade die Bevölkerung vor Ort wieder in die Einrichtung einladen. „An diesen Tagen haben die Besucher aus den Gemeinden Barßel und Saterland freien Einritt“, verrät Antje Hoffmann. Das Jahresprogramm des Museums ist dann ab nächster Woche im Museum erhältlich und kann schon im Internet angesehen werden.

Weiterhin läuft die Sonderausstellung „Patent – Bedeutende Pioniere im Großherzogtum Oldenburg“ sehr gut. Noch bis zum 30. Juni 2019 können Besucher die Ausstellung über die Firmen- und Familiengeschichte Strenge sehen. „Die Ausstellung wurde sehr gut angenommen. Generell ist in unserem Museum, gegen den allgemeinen Trend, eine Zunahme an Besuchern zu verzeichnen“, so die Museumsleiterin. Rund 12 000 Besucher seien im vergangenen Jahr ins Museum am Elisabethfehnkanal gekommen.

Mit Hochdruck arbeiten die Museumsmitarbeiter aktuell an der neuen Ausstellung über die alte Torfkoksfabrik Elisabethfehn. Durch einen öffentlichen Aufruf wurde nach Zeitzeugen gesucht. „Unsere Aufrufe haben große Wellen geschlagen. Viele Zeitzeugen haben sich gemeldet und wir sind aktuell dabei, die letzten Interviews zu führen“, gibt Hoffmann bekannt. Interviewt wurden neben Schlossern auch viele mehr als 90-jährige Sekretärinnen der Firma. „Sogar aus Osnabrück und Hannover haben sich Menschen bei uns gemeldet“, so Hoffmann. Im April 2020 soll die neue Sonderausstellung dann zu sehen sein.

Während der Wintersaison wurden im Museum und auf dem Freigelände zahlreiche Arbeiten durchgeführt. Das Muttschiff Johanna und die Schute liegen aktuell an Land, da beide Schiffe überholt werden müssen. „Pünktlich zu den Ferienpassaktionen wird die Schute aber wieder in der Museumswieke liegen, damit die Kinder das Treideln ausprobieren können“, so Hoffmann weiter.

Bereits zum zweiten Mal wurde das Museum mit dem Qualitätssiegel „KinderFerienLand“ ausgezeichnet. Die Zertifizierung weist das Moor- und Fehnmuseum als ein familienfreundliches Ausflugsziel aus. Unter anderem wird dies im Museum durch die zahlreichen Mitmach-Stationen und die Moorrallye deutlich.

Die erste Veranstaltung findet schon an diesem Sonntag statt. Im Rahmen des plattdeutschen Jahres in der Gemeinde Barßel findet um 14.30 Uhr eine plattdeutsche Museumsführung statt.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland