ELISABETHFEHN/STRüCKLINGEN - Heinrich Benjes’ Erzählungen sorgten in der Elisabethfehner Grundschule für Begeisterung. In der Kindertagesstätte „St. Georg“ waren die Mädchen und Jungen selbst die Protagonisten.
Von Hans Passmann
und Wilhelm Hellmann
ELISABETHFEHN/STRÜCKLINGEN - Die Mädchen und Jungen der Grundschule Elisabethfehn-West jubelten „Hurraaaaa“, als es hieß: „Der Deutschunterricht fällt aus.“ Eine Märchenstunde mit Heinrich Benjes aus Hellwege stand stattdessen auf dem Stundenplan. Plattdeutsche Lesestunden hielt der Autor zahlreicher Schriften und Bücher vor den Grundschülern. Neben seiner Tätigkeit als Märchenerzähler ist der Pensionär auch bekannt als „Vater der Benjeshecke“ und Gründer der „Holunderschule“,Mit „Hein“ hatte die Bildungseinrichtung in Elisabethfehn einen Glücksgriff getan: Das Programm für die „Märchenstunde auf Platt“ umfasste neben Märchen auch Gedichte, Erzählungen und Sagen aus der Heimat des „Plattschnackers“. Heinrich Benjes zog den Nachwuchs mit Rhetorik, Mimik und Gestik in seinen Bann. Mit Begeisterung lernten die Kinder sogar selbst einen plattdeutschen Reim, den sie nachmittags ihren Eltern präsentieren konnten.
„Eigentlich habe ich immer schon erzählt. Das war ganz selbstverständlich. Auch als Lehrer“, gesteht Märchenerzähler Heinrich Benjes. Mittlerweile ist er Rentner, gestaltet Schulhöfe, Kindergärten und Spielplätze um und erzählt noch immer.
Märchen spielten auch in der Strücklinger Kindertagesstätte „St. Georg“ eine Rolle. Drei Monate lang haben die Kinder gruppenübergreifend an ihrem Projekt „Märchenland“ gearbeitet und dabei nicht nur die verschiedensten Märchen kennen gelernt. So haben die Jungen und Mädchen mit ihren Betreuerinnen insbesondere auch zahlreiche Requisiten aus den einzelnen Märchen selbst hergestellt – etwa den Backofen aus dem Märchen von Hänsel und Gretel oder den Turm aus Rapunzel. Zudem boten die Jungen und Mädchen an kleinen Verkaufsständen unter anderem Schneewittchenblut (Traubensaft), Schnürriemen (kleine Lakritzrollen) und Zwergengold (Schokotaler) an.
Nahezu alle Eltern waren dann zu den Aufführungen von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, zu „Hänsel und Gretel“ und zu „Dornröschen“ gekommen und waren begeistert davon, was ihre Kinder in den vergangenen Wochen so alles gelernt und erarbeitet hatten. Insbesondere auch von den schauspielerischen Leistungen, die kompletten Märchen aufzuführen, zeigten sich die Erwachsenen sehr angetan und sparten dann auch nicht mit Applaus.
Nach der jeweiligen Märchenaufführung gab es selbst gebackenen Kuchen mit Kaffee, Tee und Saft. Der Erlös aus diesem Projekt fließt den jeweiligen Kindergartengruppen für die Neuanschaffung von Spielen zu.
