ELMELOH - „Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Diese Jahreslosung hängt im Altenpflegeheim des Wichernstiftes. Die Kinder der Wichernschule schenken den Senioren jedes Jahr selbst gezimmerte Buchstaben für die neue Losung. Diese wollten jetzt etwas an die Schüler zurückgeben.

Adventskranz erfunden

Der Theologe Johann Hinrich Wichern gilt als Erfinder des Adventskranzes. Für die Kinder in dem von ihm gegründeten Heim zündete er – einem Kalender gleich – jeden Tag eine Kerze an. Später wurde sein Kranz dann auf die vier heute gängigen Kerzen zu den Adventstagen reduziert.

Pastor Matthias Brockes weist auf die Bedeutung Wicherns als Namensgeber des Stiftes hin. „Die Tradition aus dem „Rauhen Haus“, wie das Heim für obdachlose Kinder genannt wurde, wollen wir weiterführen“, erklärt Brockes.

Im 19. Jahrhundert wurde der Wohltäter in eine gutbürgerliche Familie in Hamburg hineingeboren. Die vielen Straßenkinder, die zu seiner Zeit elternlos um ihre Existenz kämpfen mussten, bewegten ihn zum Handeln. Zusammen mit seiner Schwester und seiner Mutter gründete er in einer alten Kate ein Heim für Kinder, erinnerte Brockes.

Viel Mühe für die Kinder

Unter der Leitung von Ergotherapeutin Anja Pajak hätten sich die Senioren große Mühe mit dem Kalender gemacht, so die Betreuerin. Von einem verschnörkelten Zweig hängen nun bunte Häuschen herab, in denen Schokolade auf ihren Entdecker wartet.

Emma Dammert überreichte den Kindern das fulminante Bastelwerk. Auch die 97-Jährige erinnert sich an gefüllte Kalender, die jedoch in ihrer Jugend in der Regel nur hübsche Bildchen geborgen hätten.