Elmeloh - Für Stefanie Golisch ist es inzwischen schon ein Wiedersehen mit alten Bekannten, wenn sie vor die Teilnehmer des „Gruppensingen nach GanterART“ tritt. „Sie sind ja schon so etwas wie ein vierter Chor von mir!“, rief die Bremer Opernsängerin und Chorleiterin lachend den rund 100 Gästen entgegen, unter denen sich am Freitagabend in Elmeloh zahlreiche bekannte Gesichter befanden.
Für die fünfte Auflage des Gruppensingens hatte sich der Ganderkeseer Verein GanterART diesmal den Heimat- und Ortsverein Elmeloh-Almsloh ins Boot geholt. Der stellte nicht nur den Garten seines Dorfgemeinschaftshauses für das Mitmach-Konzert zur Verfügung, sondern übernahm auch gleich noch die Bewirtung der Gäste mit Bratwurst und Getränken. Zwischen die Bänke hatte das Team um Vereinschef Reinhard Siemer und seinen Stellvertreter Carsten Garms vorsichtshalber noch Heizpilze platziert – schließlich fand das Gruppensingen erstmals unter freiem Himmel statt.
Von Stefanie Golisch gab es viel Lob für den Einsatz der rührigen Vereinsmitglieder und dessen idyllisch gelegenen Landschaftsgarten. Letzterer sei als Konzertort hervorragend geeignet, befand die Mezzosopranistin. Auch GanterART-Vorsitzender Ecco Eichhorn sprach von einem „Schmuckstück“, als er den Gastgebern gleich zu Beginn dankte und den Spendenzweck verkündete. Diesmal soll der Erlös des Singens in ein Buchprojekt der Grundschule Lange Straße fließen.
Dass die Sänger am Freitag erstmals unter freiem Himmel zum „Spontan-Chor“ mischten, tat der Stimmgewalt keinen Abbruch. Nach einer kurzen Aufwärmübung fanden alle bei „Die Gedanken sind frei“ und anderen Volksliedern schnell zu einem Gesamtklang, der die Chorleiterin begeisterte. „Sie sind ein Chor!“, freute sich Stefanie Golisch. Dafür, dass der Chor nicht in Liederbücher oder Partituren schauen brauchte, sorgten einmal mehr Doris und Gerd Herbers, die alle Liedtexte per Beamer auf eine Leinwand projizierten.
Auch wenn einige Lieder beim Gruppensingen gesetzt sind – Titel von Udo Jürgens etwa, „Yellow Submarine“ oder „Rote Lippen soll man küssen“ –, so hatte Stefanie Golisch auch Neues ins Programm aufgenommen. In ihrem „Italien-Block“ fand sich unter anderem das berühmte Partisanenlied „Bella Ciao“, das von einem italienischen Widerstandskämpfer handelt.
„Das ist aktueller denn je“, befand die Chorleiterin mit Blick auf die aktuellen Ereignisse in Chemnitz. Die Musik sei ihr persönlicher Weg, ihre Haltung zum Ausdruck zu bringen. Die Teilnehmer des Gruppensingens pflichteten ihr in Elmeloh mit lautem Applaus bei.
