ELSFLETH - Mit seinem vielleicht dreijährigen Enkelchen auf dem Arm stolzierte eines Tages ein Großvater mit energischem Schritt in das große Schwimmbecken des Elsflether Hallenbades. „Was daraus wurde, haben wir drei Schwimmmeister genau beobachtet – bereit jederzeit einzugreifen“, erinnert sich Ulf Hartz. „Dem Nicht-Elsflether waren die Verhältnisse des Beckenbodens unbekannt und so geriet er wie in Zeitlupe an der Bodenschräge ins Rutschen, als das Wasser dann über seinem Kopf zusammenschlug, hielt er eisern sein Enkelchen über die Wasseroberfläche – dieses Bild hätte man fotografieren sollen."

Die Schwimmmeister fotografierten natürlich nicht, sondern hechteten ins Wasser, um Großvater und Enkel aus dieser misslichen Lage zu retten.

Nach seiner 37-jährigen Berufstätigkeit im Elsflether Hallenbad mangelt es dem jetzt pensionierten Schwimmmeister nicht an Erinnerungen und Anekdoten, aber wirklich dramatische Unfälle hat Ulf Hartz zum Glück nie bewältigen müssen.

Gelernter Seemann

Immerhin hat das Element „Wasser“ das Leben des „Binnenländers“ bestimmt. Den Beruf des Seemanns hat Ulf Hartz, gebürtig aus einer Ortschaft nahe Lüneburg, von der Pike auf gelernt. Nach der letzten Reise via Brasilien stand das Nautikstudium an der Elsflether Seefahrtschule in seiner Lebensplanung fest. Hartz: „Als ich von Rio ins winzige Elsfleth kam, hab‘ zunächst gedacht, ich bin im falschen Film.“

Die Aufnahme des Nautikstudiums zerschlug sich aus familiären Gründen und Hartz fand am 1. März 1972 nach einer Ausbildung zum staatlich geprüften Schwimmmeister eine Anstellung im damals noch neuen und gut frequentierten Hallenbad. Hartz: „In den ersten Jahren war das Bad an den Wochenenden so rappelvoll, dass wir sonntags eine zusätzliche Kraft einstellen mussten.“ Hartz organisierte Leistungsschwimmkurse, Kinderschwimm- und Förderkurse und bei vielen Elsflether Erwachsenen gab es ebenfalls einen großen Nachholbedarf. Hartz: „Besonders mit den Frauengruppen haben wir einen Riesenspaß gehabt und die Abschlussfeten sind bis heute legendär.“ Auch die Kinder hatten ihren Spaß mit dem netten Schwimmmeister, rund 800 Mädchen und Jungen hat Hartz das Schwimmen in den vergangenen 37 Jahren beigebracht, mit Geduld und Verständnis, aber auch mit Konsequenz, wenn es nötig war.

800 Kinder unterrichtet

Für seine enge Zusammenarbeit mit dem Elsflether Turnerbund dankte ihm in dieser Woche die ETB-Vorsitzende Gudrun Ahrens: „Ulf Hartz und das Elsflether Hallenbad sind dank seines Engagements und seiner Zuverlässigkeit ein Begriff über Jahrzehnte hinweg gewesen.“ Übrigens: der „Ruhestand“ ist für den agilen 65-jährigen kein Thema, als talentierter Künstler hat Ulf Hartz jetzt viel Zeit, seinem Malhobby nachzugehen und das Element „Wasser“ wird auch künftig sein Leben weiter bestimmen.