Elsfleth - Zwangspause: Die hat sich die Theatergruppe des Bürgervereins Hammelwarden-Lienen für die Spielsaison 2019 schweren Herzen verschrieben – im März des kommenden Jahres wird es erstmals keine Premiere und keine Folgeaufführungen eines plattdeutschen Theaterstücks geben.
Die Hintergründe erläutern Regisseurin Karin Jäkel und der Vereinsvorsitzende Werner Ahlers im Gespräch mit der NWZ. „Es ist uns nicht gelungen, ein Stück mit einer ausreichenden Anzahl an Darstellern zu besetzen,“ sagt Werner Ahlers. Am 13. September 2018 war bei der ersten Besprechung eine Liste an die Laiendarsteller und die Crew verteilt worden, um auszuloten, welche Posten die Mitglieder der Theatergruppe ausfüllen wollten.
„Nach den Rückmeldungen wäre dann das aufzuführende Stück gemeinsam ausgewählt worden“, betont Karin Jäkel.
Ein plattdeutsches Theaterstück auszusuchen habe sich erübrigt, gerade mal zwei Männer und drei Frauen hätten sich bereit erklärt, eine Rolle zu übernehmen und die Crew hinter der Bühne sei ebenfalls nicht ausreichend zu besetzen. Werner Ahlers: „Uns fehlt die Regieassistenz und ein Topuster, wir können nur eine statt wie gewohnt zwei Maskenbildnerinnen und nur einen Techniker, statt der üblichen vier Techniker für deren Aufgaben gewinnen. Und mit einem Ensemble von nur fünf potenziellen Darstellern kann man kein Stück einstudieren.“
Auf keinen Fall solle die Zwangspause aber das Ende der Theatergruppe bedeuten, bekräftigen Karin Jäkel und Werner Ahlers: „Wir sind zuversichtlich, im Herbst 2019 wieder ein Stück zu besetzen und aufzuführen.“
Mit der Zwangspause wird eine Tradition unterbrochen, die seit 1972 Jahr für Jahr stattfand und die in Elsfleth mehr als 39 000 Zuschauer mit plattdeutschem Humor erfreute. Die Initiative hatte damals der Oberhammelwarder Karl-Heinz Möhring ergriffen und die lange Jahre brachliegende Speelkoppel wurde erneut ins Leben gerufen. 75 Zuschauer wurden bei der Premiere des Einakters „De kloke Heini“ von August Hinrichs in der Liener Gaststätte „Up de Eck“ gezählt.
Nach dem Brand der Gaststätte zog die Theatergruppe in den „Liener Kroog“ um, als auch der abbrannte, fanden die Aufführungen in einem Zelt neben dem „Kroog“ statt. „Das war manchmal eine heikle Sache, wenn auf der Straße ein dröhnendes Motorrad alles übertönte“, schmunzelt Werner Ahlers.
Schließlich fand die Truppe Mitte der 80er-Jahre mit der Stadthalle den perfekten Ort für die Premieren mit anschließendem Theaterball. Folgeaufführungen fanden stets im „Grünen Salon“ der Oberschule statt.
2017 wurde die Premiere erstmals auf der neuen Bühne der Oberschule aufgeführt: Die Truppe begeisterte das Publikum mit der Komödie „Senioren-WG“.
