ELSFLETH - „Deutsche Möhren, Klasse 1 – 12 kg“ steht auf dem bunten Karton. Wer jetzt ausgerechnet auf dem Funkerflohmarkt des DARC in der Elsflether Stadthalle das gesunde Gemüse verputzen möchte, sieht sich getäuscht – im Karton befindet sich ein Arsenal martialisch anmutender Geräte aus einer Zahnarztpraxis. Passt auch nicht so recht zum Hobby der Funkamateure. Oder? „Doch,“ grinst der Händler, „mit den Zangen und Pinzetten lässt sich wunderbar an Funkgeräten herumtüfteln.“

Tüfteln, Basteln, Löten und Schrauben – diese gemeinsame Leidenschaft hat am Sonntag wieder Scharen von Händlern und Schnäppchensuchern zum Frühjahrsflohmarkt des DARC in die Stadthalle gezogen.

Die Holländer sind mit ihren Wohnwagen schon am Vorabend angereist. Die Autokennzeichen aus allen Gegenden Norddeutschlands und der angrenzenden Bundesländer sind ein Indiz für den großen Einzugsbereich dieses Familienfest der Funkamateure. „Allerdings sind diesmal nur 38 Aussteller gekommen“, sagt Manfred Baake vom DARC Wesermarsch, „unser Termin überschneidet sich mit großen Märkten bei Nürnberg und in Belgien“.

Günter Kulik aus Wilhelmshaven, im früheren Berufsleben Funktechniker, bietet ein Strahlenmessgerät an. Es stammt aus den 70er Jahren und ist noch voll funktionsfähig. „Wenn Sie jetzt einen importierten Fisch aus Japan bringen, misst das Gerät, ob er verstrahlt ist“, erklärt der Wilhelmshavener. Das Gerät, für das früher bis zu 3000 Mark hinzublättern waren, bietet Kulik für 150 Euro an.

Preiswerter kommt ein Besucher zu einem Schnäppchen, das auch nicht unbedingt in die Sparte Funkzubehör passt. Stolz präsentiert der Mann das Modell eines hölzernen Fischkutters: „Schließlich muss ich meiner Frau ja was Nettes mitbringen – für 15 Euro kriegt man solch ein Modell sonst nirgendwo.“ Der Funkerflohmarkt in Elsfleth ist eben immer für Überraschungen gut.