ELSFLETH - ELSFLETH - „Drei schöne Frauen gab es 1944 in Elsfleth – eine davon hab’ ich bekommen“, macht der 84-jährige Elsflether Leonhard Schumacher seiner Frau Enne ein galantes Kompliment, und die fast 80-Jährige nimmt es mit einem Schmunzeln gerne an. 1945 traten der gebürtige Kölner und die Elsfletherin vor den Traualtar in der St. Nicolai-Kirche, am Elsflether Standesamt war es die erste Trauung nach Kriegsende. Heute, 60 Jahre nach dem Ja-Wort, feiert das Ehepaar in seinem Heim an der Ostpreußenstraße 14 das Fest der Diamantenen Hochzeit.
Leonhard Schumacher besuchte in seiner Heimatstadt Köln die Volksschule, sein Lehrziel, Karosseriebauer zu werden, musste der junge Mann abbrechen, weil seine Ausbildungsfabrik in einen Rüstungsbetrieb umgewandelt wurde. Nach Landhilfe und Arbeitsdienst ging Schumacher zur Wehrmacht, auf dem Hilfskreuzer „Orion“ stand dem jungen Mariner eine „unfreiwillige“ Weltreise über zwei Jahre bevor. Enne Schumacher, geborene Kuck, besuchte die Volksschule Alte Straße. Ihren Berufswunsch, aus technischem Interesse Schlosserin zu werden, konnte die junge Frau nicht verwirklichen, sie wurde Zahnarzthelferin.
Kennengelernt hatte sich das junge Paar 1944 im Gasthof „Zum Schwarzen Ross“ in Elsfleth. „Bei Mutti Kruse saßen die Deerns der Elsflether Frauenfeuerwehr“, erinnert sich Schumacher, der auf einem Minensuchboot – gebaut auf der Elsflether Werft – seinen Dienst verrichtete. Die hübsche Elsfletherin mit den ellenlangen Zöpfen war dem Kölner mehr als einen Blick wert, im Juni 1945 wurde geheiratet und die kargen Nachkriegsjahre meisterten die Schumachers gemeinsam mit viel Fleiß und Zuversicht. Leonhard Schumacher arbeitete lange Jahre auf der Elsflether Werft als Kranführer, danach war er bei der Straßenmeisterei tätig.
