ELSFLETH - „Wenn die armen Kirchenmäuse an diesem Sonntag unsere St. Nicolai-Kirche verlassen, könnte es daran liegen, dass die Kirche auch kein Geld mehr hat und sie sich dort nicht mehr wohl fühlen,“ scherzte am Sonntagmorgen Pastor Wilfried Giesers auf dem Erntemarkt am Seemannsbrunnen. Auf jeden Fall hatten sich die Stroh-Kirchenmäuse mit Drahtbrillen und Smartieaugen zum Erntedankfest richtig schick gemacht und gingen wie warme Semmeln über den Ladentisch der Mutter- und Kindgruppe. Auch an den anderen Ständen konnten sich die Händler und Bastler über mangelnden Zuspruch nicht beklagen.

Viele geschickte und fleißige Hände hatten vor dem alljährlichen Erntemarkt für herbstliche Köstlichkeiten und viele bunte Dekorationen gesorgt. Als einziges Elsflether Unternehmen hatte der Comet-Markt mit einer Lebensmittelspende im Wert von 120 Euro zur Verkaufsvielfalt beigetragen, Susanne Wessels spendete duftende Seifen aus eigener Herstellung, „Freudenfeuer“-Bäcker Willi Harzmann lieferte kernige Brote und viele Bürger beteiligten sich mit Kuchen- und Essenspenden, die im kleinen Festzelt angeboten wurden. Die Farbenpracht des Herbstes fand sich am Stand des evangelischen Kindergartens mit Gestecken und Kränzen, herbstlich auch die Farben, mit denen schlicht-weißes Porzellan und Gläser verschönert wurden. Dekorationen aus Eicheln und Kastanien konnten die Erntemarktbesucher selber basteln und wer sich aus Weidenzweigen und bunten Federn einen „Traumfänger“ kreierte, konnte am Abend des Erntedankfestes voller Zuversicht schlafen gehen. „Die Traumfänger halten die bösen Träume

fern, wenn man sie übers Bett oder ans Fenster hängt“, verrieten die Mütter der „Kinderkirche.“

Traditionell ist der Erntemarkt der evangelischen Kirchengemeinde in Elsfleth der Startschuss zur Aktion „Brot für die Welt“, die Erlöse kommen auch in diesem Jahr „Brot für die Welt“ zu Gute. Begonnen hatte das Erntedankfest mit einem fröhlichen Gottesdienst in der St. Nicolai-Kirche. Das Elsflether Landvolk hatte für die Erntekrone gesorgt, die Gaben aus Feld und Garten trugen die Kindergartenkinder und die Mädchen und Jungen der „Kinderkirche“ vor den Altar. Die Konfirmanden der Gemeinde werden die Gaben als Gruß aus dem Gottesdienst an Mitbürger an die Gemeindemitglieder verteilen.