ELSFLETH - ELSFLETH - In Elsfleth – laut Kapitän Horst Werner Janssen die „Stadt der Navigateure“ – kommt ein stimmungsvolles Seefahrts-Menü aus Balladen und Gedichten, Moritaten, Shanties und maritimen Döntjes beim Publikum gut an. Diese Erfahrung machte das musikalisch-geniale Duo „Rudi und Herr Schwarz“ am späten Sonntagnachmittag im vollbesetzten Restaurant „Zur Kogge“. Begleitend zu den Leckerbissen aus der Koggenküche servierten die Künstler (Rudolf Kaplan und Werner Schwarz) bunt Gemixtes aus der Feder berühmter Dichter, Satiriker und Kabarettisten wie Fritz Grasshoff, Joachim Ringelnatz, Fred Endrikat und Robert T. Odemann.

Zum Einstieg mit der guten alten „La Paloma“ schnallte sich das Duo voller Tatendrang die Bauchraupen um, griff tapfer in die Tasten und entführte die Zuhörer in die weite Welt der Häfen und Schiffe, der Janmaats, roten Laternen und der leichten Mädels. Fremde Länder, fremde Sitten und vor allem eine fremde Küche, das blüht dem „Käpt’n Bye Bye“ auch auf den Molukken, wo „scharfer Hahn“, „Gespickter Kragengeier“, „Kalter Stationsvorsteher auf Eis“ oder „Lederhose á la Husar“ serviert wird. Leichter verdaulich war da schon der „Rum aus Jamaica“, gute Hausmannskost die „Ballade vom aufgegessenen Bein“. Nach der schaurig-kannibalistischen Moritat aus Grasshoffs „Halunkenpostille“ ein kurzer Abstecher in geistliche Gefilde: Was dem ehrwürdigen Herrn Bischof samt seinem Sekretär beim Nacktbaden passieren kann, war mehr als ein Schmunzeln wert. Auch den Janmaaten ist das Schicksal nicht immer hold – das bewies die Ballade von der „Flaschenpost“ und vom überforderten „Schiffbrüchigen“, den es

mit sechs flotten Damen auf eine einsame Insel verschlagen hatte. Fest im Programm die Hymnen auf die Urgesteine unter den Bordsteinschwalben „Mary Malone“ und „Didi, die die Heuer wert ist“, weiter ging es mit „Ole Pinelle“ und der Geschichte von „Karl Klüschen und Fräulein Frels“.

Zum Schluss gab es begeisterter Applaus für ein gelungenes musikalisches Seefahrtsmenü und eine Kleinkunst-Premiere in der „Kogge“, die auf jeden Fall eine Fortsetzung finden sollte.