ELSFLETH - Elvis ist tot, Abba in Würde gealtert, der legendäre Freddie Mercury vor Jahren verblichen, die Runzelrocker rund um Mick Jagger sind gerade noch als putzmuntere Zombies präsent – sind sie vorbei, die goldenen Zeiten des Rock und Pop? Nicht verzagen, liebe Fans – es gibt ja noch die zahllosen Revival-Bands, die jedem Weltstar, der inzwischen ein Kreuz auf dem Friedhof sein eigen nennt, ein Andenken bewahren und dem Publikum suggerieren, dass zumindest die weltbekannten Songs unsterblich sind.
Für Revival-Bands ist die Elsflether Stadthalle seit Jahren ein beliebtes Forum. Die Abba-Revival-Band gastierte dort bereits zweimal und die Fans kamen in der vergangenen Woche vor dem Kartenkauf ins Grübeln: „Ein Queen-Revival – das hatten wir hier doch auch schon einmal?“ Ja, aber das waren andere Jungs, die in der Stadthalle ein wahres Mercury-Feuerwerk abbrannten. Also, auf zur großen Revival-Show mit der Coverband „MerQury“ und ihrem Frontman Johnny Zatylny.
Bis die Fans sich von den Qualitäten der Dresdner Band überzeugen können, ist Party angesagt. Zum neunten Mal heizt Organisator Bernd Bohlen mit seiner Oldie-Night und der Jet-Stream-Discotheque dem Publikum ein. Fast alle Generationen haben den Weg in die Stadthalle gefunden – nur mit dem Tanzen hapert es noch. Das ändert sich als die Scheinwerfer gegen 23.30 Uhr angehen und die Band erscheint. Aus wummernden Boxen tönt das ultimative „Tribute to Queen“, und die wahren Fans kommen in Schwung. Zunächst für etwa fünfzehn Minuten, dann bricht mit einem röhrenden Sound die gesamte Beschallung zusammen, eine Pause ist angesagt und die Techniker schwitzen „Under pressure“. Aber, „The show must go on“, und das klappt auch mit einer mitreißenden Performance, mit einem Feuerwerk für Hobby-Pyrotechniker und einem Frontsänger, der zunächst etwas dünn klingt und das einzigartige Charisma des legendären Freddie noch nicht ganz auf die Reihe bekommt, sich aber von Song zu Song steigert. Er
wechselt oft das Kostüm, von der pseudo-historischen Uniformjacke über Mini-Rock mit Plastikbusen bis hin zum hammerharten Lackoutfit.
Keine Frage, „MerQury“ ist eine würdige Revival-Band, die ihr Publikum in Bombenstimmung bringt. Längst ist aus der Band und den Besuchern ein großer Chor geworden. Wer „Freddie“ liebt, der ist textsicher, bei „Radio Gaga“, bei „I want it all“, bei „Who wants to live forever“ und erst recht nach dem genialen Bass-Intro von Volker Kaminski in „Another one bites the dust“. Mit der gefragtesten Queen-Revival-Band herrscht am Schluss dieser Mega-Show Einigkeit: „We are the champions“.
