ELSFLETH - „Ich bin aufgeregt wie noch nie“, sagt der Schauspieler Arne Nobel vor seiner Action-Lesung „Billy the Kid“ nach dem Buch des Schriftstellers Michael Ondaatje. Erstmals tritt der gebürtige Elsflether auf Einladung des Kulturvereins in seiner Heimatstadt auf. Die Erwartungshaltung der rund 80 Zuhörer im Heye-Saal ist folglich sehr groß.
Eine zerrissene amerikanische Flagge, eine Whiskey-Flasche, ein Revolver und ein Klappmesser – alles andere deckt der Schauspieler durch seine Ausstrahlung und besonders durch seine markante Stimme ab. Blutverschmiert ist sein Hemd, seine rechte Hand lässt immer wieder das Klappmesser kreisen und er beginnt zu lesen, wie es war mit Billy the Kid, der mit bürgerlichen Namen William H. Bonney hieß und der bereits mit zwölf Jahren seinen ersten Mord verübte.
Die bild- und metaphernreiche Sprache Ondaatjes ebnet sich langsam den Weg durch das Publikum, das kaum zu atmen wagt und dem Leben eines der berüchtigsten Revolverhelden des Wilden Westens mit wachsender Anspannung folgt. Arne Nobel spielt nicht mehr den Desperado, er ist mit der Figur verwachsen. Das unrühmliche Ende mit 22 Jahren bewegt die Gemüter – man ist beinahe versucht, Billy the Kid Sympathie entgegenzubringen. „Ganz klasse“, „wunderbar“ und „was für ein gelungener Abend“, sind nur einige Äußerungen des restlos begeisterten Publikums.
Am Vormittag hatte Nobel vor 175 Schülern der Haupt- und Realschule gelesen.
