ELSFLETH/NEUENFELDE - Es passierte vor rund zwei Millionen Jahren: östlich von Madagaskar brach im Indischen Ozean ein Vulkan aus und rund um den 3069 Meter hohen Vulkanberg Piton de Neige entstand eine Insel. Das Glück, diese Insel – heute heißt sie „La Reunion“ – zu besuchen, hatten im vergangenen Herbst die beiden Elsflether Gymnasiastinnen Lientje Lüers (16) und Silke Grabhorn (15) im Rahmen eines Schüleraustausches.
Virtuelle Reise
Auf der Jahreshauptversammlung der Elsflether Landfrauen nahmen die beiden ihre Zuschauerinnen per Dia-Show mit auf eine virtuelle Reise quer über die exotische Insel im Indischen Ozean. Bevor die beiden Mädchen, gemeinsam mit 26 weiteren Braker Gymnasiasten, das Eiland eroberten, waren schon andere da: im Jahr 1507 der Entdecker Pedro Mascarenhas, nach ihm wurden La Reunion und benachbarten Inseln als die „Maskarenen“ benannt. 1640 erklärten die Franzosen die „Ile de Bourbon“ zu ihrem Besitz, erste dauerhafte Siedler ließen sich 1665 nieder und im Zuge der französischen Revolution wurde die Bourbonen-Insel zur „Ile de la Reunion" umbenannt.
„Nur“ 24 Stunden brauchten Lientje und Silke bis zur Landung in der Hauptstadt St. Denis. Nach dem ersten Kontakt mit den Gastgeberfamilien nahmen sie am Unterricht im Collège Antoine Soubou teil und staunten über rigide Erziehungsmethoden. Silke: „Als ein einheimischer Schüler vom Lehrer eine Ohrfeige erhielt, war ich schon etwas geschockt!“
Kontakte zu den Collège-Mitschülern waren schnell geknüpft: „In den Pausen und in der Mensa hingen alle an unseren Fersen und stritten sich um die besten Plätze".
Zahlreiche Orchideen
Während des 14-tägigen Aufenthalts lernten die Austauschschülerinnen die Insel gut kennen: bunte Märkte in der Stadt St. Paul, Strände, die Vulkane Piton de Neige und Piton de la Fournaise, die Talkessel Salazie, Cilaos und Mafate, die religiöse Vielfalt der Inselbevölkerung und die Flora und Fauna der Insel mit ihren zahlreichen Orchideenarten. Kokosnüsse schlägt man nicht mit Steinen von den Palmen, lernten die deutschen Gäste von einem Einheimischen. Eine kreolische Tauffeier erfuhren sie als eine, auch kulinarisch, sehr süße Angelegenheit. Nach zwei Wochen hieß es: Abschied nehmen von neuen Freunden und einer Insel, die den Schülerinnen unvergesslich bleiben wird.
