ELSFLETH - Auch wenn die Elsflether samt ihrem Grafen Anton Günther und seiner Zollwarte Mitte des 17. Jahrhunderts bei den Bremern als „Piraten“ verschrien waren, gelohnt hat sich die Zollerhebung für das Oberhaupt des Oldenburgischen Herrscherhauses allemal. Den Besuchern der Ausstellung „Zollwarte Elsfleth“ wurde im Heye-Saal kein Zoll und auch kein Eintrittsgeld abverlangt, Spenden dagegen wurden von den Veranstaltern gerne angenommen.

Damit diese auch wohlverwahrt werden konnten, hatten sich Lina Walter und ihre Mitstreiter nach einem passenden maritimen Schatzkästchen umgeschaut. Fündig wurde Anke Bakenhus aus Berne im familieneigenen Fundus: Vor vielen Jahren hatte ihr Ehemann ihr eine kleine Seeräuberkiste geschenkt, die erwies sich für den gewünschten Zweck als geeignet, nachdem Joachim Böhme einen Schlitz für Münzen und Geldscheine in den Deckel gesägt hatte. Vom Elsflether Touristik-Büro war entschieden worden, die Spendensumme dem künftigen Schifffahrtsmuseum zu stiften. Die Bilanz der dreiwöchigen Ausstellung: rund 1900 Besucher und 500 Euro in der Seeräuberkiste. Lina Walter: „Unter den Scheinen und Münzen befand sich auch ein 50-Dollar-Schein eines Seemanns, der – zum Glück – kein Kleingeld dabei hatte.“

Am Donnerstagtraf sich Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk mit Lina Walter, Anke Bakenhus und Delia Kopka (Touristik-Büro) in der historischen Villa Steenken, dem künftigen Schifffahrtsmuseum, um den Spendenscheck entgegenzunehmen. Jöhnk versicherte dem Damentrio, dass die Spendensumme ausschließlich für die Ausstattung des neuen Hauses verwendet würde. Lina Walter sprach allen Spendern und Gästen, die durch ihren Besuch der Ausstellung „Weserzoll Elsfleth“ zum Erfolg verhalfen, ihren Dank aus. Weiterer Dank für Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit ging an das Schifffahrtsmuseum, das Aufsichtspersonal, an das Katasteramt und Zollamt in Brake.