ELSFLETH - Natürlich ist Elsfleth keine männerfreie Zone, dennoch: „Männer dringend gesucht“ hieß es am vergangenen Freitagabend beim ersten Theaterworkshop im Heye-Saal. Warum ganz ohne Männer die Chose nicht geht, erklärte Heinz Werner Horstmann, seit 25 Jahren Mitglied und auch zeitweilig Regisseur der Niederdeutschen Bühne Brake, den künftigen Theaterdarstellern.
Als Laienschauspieler werden Frauen, Kinder und vor allem Männer gesucht, die beim Theaterspektakel „Zollwarte Elsfleth – Handeln und Wandeln“ am Festwochenende am 28. und 29. Juni mitwirken wollen. „Das Stück erzählt die Geschichte der Elsflether Zollwarte in der Zeit des Oldenburger Grafen Anton Günther“, erläuterte Birgit Krüger vom Touristbüro Elsfleth das „Drehbuch“ des Historienspiels, das sich als Freiluft-Theater von der Kaje zum Rathaus (ehemalige Zollwarte) über ein Gartenfest im Heye-Park bis in die Innenstadt mit Abschluss in der St. Nicolai-Kirche ziehen soll.
„Fest steht, dass die Zeit in der Mitte des 17. Jahrhunderts einfach männerlastig war und man kann nicht daran rütteln, dass damals Männer die öffentlichen und gehobenen Positionen besetzten“, ergänzte Horstmann, „es ist zwar nicht gegen Frauen in Hosenrollen einzuwenden, aber ein Mannsbild im Kostüm der Zeit um 1637 ist einfach authentischer.“ Die Haupt- und Nebenrollen sind zwar so gut wie besetzt, für Statistenrollen werden – wie gesagt – noch Elsflether Männer gesucht.
Bei den nächsten Treffen der Teilnehmer des Theaterworkshops sollen Personen und Darsteller benannt und die Spielorte aufgezeigt werden, bereits am Freitag verriet Heinz Werner Horstmann den Anwesenden die Grundlagen der Darstellung bei einer Open-air-Aufführung. Horstmann: „Das Stück wird auf keinen Fall zu textlastig werden, auch die teilnehmenden Männer müssen sich keine Sorgen machen, in großer Form auswendig zu lernen.“ Der Graf und seine Begleiter, die Zollbeamten und -soldaten, sowie die Amtspersonen werden hochdeutsche Texte sprechen, dem „einfachen Volk“ ist es gestattet, „up Platt“ zu parlieren. Wichtig sei es auch, bei einer Freilichtaufführung mit durchdringender Stimme zu sprechen, riet Horstmann weiter, die Darsteller sollten stets den Blickkontakt zu den Angesprochenen suchen und auch beim „stummen Spiel“ die Situation beachten.
Die erste Probe für alle Darsteller (auch Statisten) wird am Donnerstag, 17. April, um 19 Uhr im Heye-Saal stattfinden, alle weiteren Proben sind auf die danach folgenden Donnerstage festgesetzt. Wer noch mitwirken möchte, melde sich unter 989081.
