ELSFLETH - Wechselstrom oder Gleichstrom? In dieser bemerkenswerten Rocknacht –übrigens die 10. Oldie-Night mit DJ Bernd Bohlen in Elsfleth – ist das ziemlich egal, die Elsflether Stadthalle, die Hard- Rock-Freaks und die Protagonisten auf der Bühne – alles steht unter Strom und was ein echter AC/DC-Fan ist, der hält sich nicht bescheiden im Hintergrund, in Front der Bühne geht die Post ab. Zumindest für alle, die sich mit schrillen T-Shirts zu ihrer Lieblingsband bekennen, und wem das Auszappeln noch nicht genügt, der schrubbt hingebungsvoll auf der bunten, aber stummen Luftgitarre die Riffs gemeinsam mit der Jungs der Coverband.

Apropos Coverband: Natürlich rockt in dieser Nacht nicht die legendäre AC/DC-Band, die seit 1973 rund 150 Millionen Tonträger verkaufen konnte und immer noch die Säle zum Kochen bringt. Auf der Stadthallen-Bühne leistet „RiffRaff“ mit einer irren Show ihren „Tribute to the heroes“ – und das machen Steve und Ricky, Schulle, Zoltan und Henning richtig gut – die Illusion, dort die Originale zu sehen und zu hören, ist so gut wie perfekt. Songs der Bon-Scott-Ära und Highlights aus der Zeit des Brian Johnson füllen das rund zweistündige Live-Programm.

Wie Angus Young trägt auch Ricky die schnuckelig-berühmte Schuluniform, heute aus rotem Samt mit kurzen Bermudahöschen, allerdings ohne Angus‘ bekannten Ranzen, dafür präsentiert er nackte Stachelbeerbeine verziert mit Tattoos. Seine Löwenmähne ist ein Glücksfall für alle, die dicht an der Bühne rocken, diese Lockenpracht ist ein prima Schweißtropfenfänger und verhindert einen Sprühregen. „Let there be rock“ heißt es eine Nacht lang auf dem „Highway to hell“, die höllisch scharfe Show der Coverband versetzt die Hard-Rock-Fans in helles Entzücken: „Ist das nicht toll“, brüllt ein AC/DC-Freak seiner Tanznachbarin ins lädierte Ohr, „endlich mal richtiger Rock in Elsfleth“. Recht hat er!