Elsfleth - In einem Landstrich, wo der Winterhimmel oft mausgrau ist, wo die Deiche die höchste Erhebung im platten Land zwischen Wasser und Weiden darstellen – in dieser Region ist es gut, wenn zwei gestandene Mannsbilder ihren vielen Gästen klarstellen, dass in ihrer Heimat Südtirol der Himmel blauer, die Berge und Täler schneebedeckter sind und die „Musi“ schwungvoller ist.

Diesen Beweis trat am Sonntag das Duo „Dolomitenecho“ auf der Elsflether Werft an. Es gelang Konrad Sattler (Akkordeon, Keyboard) und Christian Golser (Gitarre) ohne Mühe, die Klangspitzen der zackigen Dolomiten musikalisch in den hohen Norden zu verfrachten. Es gelang auch, weil die beiden Musikanten in Elsfleth beim dritten Konzert vor Ort schon fast beheimatet sind, nicht zuletzt durch die freundschaftliche Verbindung mit der Familie Wiechmann.

Mit dem Konzert des „Dolomitenechos“ ging am Sonntag der „Winterzauber auf der Werft“ in die zweite und letzte Runde. Hatte es am Abend zuvor die Rockband „Cosmopauli“ noch ordentlich krachen lassen, waren am Sonntagnachmittag die adventlich angehauchten Töne nach dem Geschmack des Publikums.

In der weihnachtlich geschmückten alten Werkhalle genossen die Besucher nicht nur Volksmusik, Walzer, Polkas und Weihnachtslieder – auch Kaffee, Torte und Kuchen trugen zur gemütlichen Stimmung bei. Bürgermeisterin Brigitte Fuchs ließ es sich nicht nehmen, die beiden weit gereisten Gäste zu begrüßen. Und dem Werft-Team, das beide Tage perfekt organisiert hatte, sprach sie ihr Lob aus: „Eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, ist nicht alltäglich.“

„Musik will verzaubern, dann blüht auch die Freundschaft“, stellten Sattler und Golser fest und diese Freundschaft konnte nur ein Evergreen unterstreichen. Das „Kufsteinlied“ machte klar, dass auch die Nordlichter die Berge im schönen Tirol sehr wohl kennen, textsicher mitsingen und etwas schüchtern mitjodeln konnten. Denn dort in den Bergen sieht man in den Sternennächten ein „Wunder am Himmelszelt“, dort herrschen „Stille und Einsamkeit“. Wer Fantasie hat, kann „Engel in den Bäumen“ sehen und baut sich – natürlich nur zur Sommerzeit – ein „Bett im Kornfeld“.

Da möchte man doch gleich mit dem Konrad und dem Christian die Koffer packen, dem nordischen Schmuddelwinter entfliehen und ein schönes Bergtal ansteuern. Aber ganz ehrlich: In der Elsflether Werfthalle gab es ein „Zuhausegefühl“ – vor allem, wenn man sich an „Weihnachten, wie es früher war“ erinnerte.