EMDEN - Von 21 Teilnehmern waren am Montag nur noch 16 Absolventen zur festlichen Verabschiedung der aktuellen Musealogen ins Ostfriesische Landesmuseum Emden gekommen. Grund: Fünf Kursteilnehmer haben in den vergangenen Wochen schon eine neue Tätigkeit aufgenommen. Drei weitere Teilnehmer konnten bereits ihren neuen Arbeitsvertrag abschließen und werden im Februar ihre Arbeit beginnen.
Die Teilnehmer werden sowohl von öffentlichen Einrichtungen wie Museen – etwa die Staatlichen Museen Schwerin und das Zeppelin Museum Friedrichshafen – als auch privaten Betrieben wie Kunstgalerien nachgefragt. Eine ehemalige Musealogin aus dem aktuellen Kursus arbeitet zukünftig als Galeristin für die AIDA Cruises auf den Weltmeeren an Bord eines „Traumschiffes“.
„Mit dieser erfolgreichen Integration in den ersten Arbeitsmarkt kann Musealog schon zu diesem frühen Zeitpunkt nachweisen, dass die in die Qualifizierung von Arbeitsuchenden investierten Fördermittel der Bundesagenturen für Arbeit und Jobcenter sinnvoll und nachhaltig angelegt sind“, urteilte Dirk Heisig, Leiter der Qualifizierungsmaßnahme Musealog.
Am Montag erhielten die neuen Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Weiterbildungsmaßnahme Musealog ihre Zertifikate zum „Fachreferenten für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen“. In einer kleinen Feierstunde im Ostfriesischen Landesmuseum Emden überreichten Professor Dr. Uwe Meiners, Geschäftsführer von Musealog, sowie Dirk Heisig, Leiter von Musealog, die Zertifikate.
Seit Juni 2010 haben sich die Archäologen, Historiker, Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler an den zehn beteiligten Museen im Nordwesten Niedersachsens fortgebildet. Aus insgesamt zwölf Bundesländern reisten diesmal die Teilnehmer für acht Monate in die Weser-Ems-Region. 19 verschiedene Arbeitsvorhaben wurden dabei von den Musealogen entwickelt und umgesetzt. Diese umfassten zahlreiche Ausstellungsvorhaben, Forschungen zur Geschichte Weser Ems und den Sammlungen der Museen.
Im Museumsdorf Cloppenburg wurden Pia Kühltrunk und Katja Schwenke ausgebildet. Pia Kühltrunk hatte die Ausstellung „Schön warm – Eisenöfen und Ofenplatten im Museumsdorf Cloppenburg“ konzipiert. Anhand der im Museumsdorf ausgestellten Exemplare hatte sie über verschiedene Themen rund um Eisenöfen informiert. Ein Rundgang über zehn Stationen mit begleitender Broschüre gab Einblick in „raffinierte Technik, faszinierende Bilderwelten und interessante Kulturgeschichte“. Katja Schwenke hatte sich des Themas „Töpferei zwischen Gestern und Heute – Ein fast vergessenes (Kunst-) Handwerk“ angenommen. Darin wurde der gesamte Sammlungsbestand an Töpferware des Museumsdorfs Cloppenburg digital fotografiert und inventarisiert. Damit soll den Mitarbeitern des Museums der Zugriff auf die erhobenen Daten erleichtert werden, und in Zukunft kann der potenzielle Museumsbesucher auf die online präsentierten Objekte zugreifen.
Fünf Absolventen präsentierten auf der Veranstaltung am Montag ihre Arbeiten. Dabei wurde ein Bogen gespannt von der Kunst in Ostfriesland über den Waffengebrauch im Spätmittelalter bis zur Landwirtschaft im Jeverland. Auch in Zukunft wird Musealog arbeitssuchende Geisteswissenschaftler an Museen in Weser Ems qualifizieren. Zum 1. Februar startet die nächste Maßnahme, und es sind noch Plätze frei.
