EMDEN - Sie reisen ins Ausland, zu Filmfesten und immer wieder nach Berlin, aber wenn das so weitergeht, kommen Silke Santjer und Rolf Eckard bald gar nicht mehr los. „Ja“, sagt Festivalchef Eckard, „die Drehorte rücken immer näher.“
„Die Eisbombe“ zum Beispiel, ein Film von Oliver Jahn, wurde im emsländischen Meppen gedreht. „Finnischer Tango“ entstand nur wenige Kilometer weiter nördlich, auf Norderney. Gedreht hat den Film übrigens Eike Besuden, ein Regisseur, der in Wildeshausen geboren wurde und in Emden sein Abitur machte. Dort hat er möglicherweise Helma Sanders-Brahms getroffen, die aus Emden stammt und in diesem Jahr dort ihren Film „Clara“ präsentiert. Wie Eicke Bettinga, ein Auricher, der in Emden seinen Spielfilm „Trust.Wohltat“ zeigt.
Wird das Internationale Filmfest also regionaler? „Hm“, brummt Eckard, der eine eigene Theorie zum neuen Heimatfilm hat: „Wo es ein Filmfestival gibt, gibt es auch Leute, die das Berufsfeld ,Film‘ entdecken.“ Ob Ostfriesland mehr Regisseure hervorgebracht habe als andere Regionen Deutschlands, vermag er zwar nicht zu sagen. „Aber hier gibt es mittlerweile auf jeden Fall mehr als früher, vor dem Filmfest.“
Aus regionaler Verbundenheit allein finde jedenfalls kein Film ins Programm. „Wir zeigen Filme nicht, weil sie einen Bezug zur Region haben – wir zeigen sie, weil sie gut sind“, sagt Eckards Kollegin Silke Santjer. „Sie können uns glauben: Wir haben viel mehr Filme aus der Region abgelehnt, als wir zeigen!“
